Checkliste: Impfungen bei Kinderwunsch

Sicherheit für Mutter und Kind: Impfstatus schon vor einer Schwangerschaft prüfen

Jeder Mensch sollte regelmäßig seinen Impfstatus überprüfen lassen, denn Impfungen sind die sicherste Vorbeugung vor schweren Infektionskrankheiten. Für Frauen, die sich ein Kind wünschen, ist diese Kontrolle jedoch besonders wichtig, damit vor einer geplanten Schwangerschaft noch rechtzeitig Impflücken geschlossen werden können. Denn bei manchen Infektionen wie zum Beispiel Röteln oder Windpocken kann eine Erkrankung der werdenden Mutter gefährlich für das ungeborene Kind sein. Außerdem können einige Impfungen nicht während der Schwangerschaft nachgeholt werden. Dies gilt vor allem für Impfungen mit sogenannten Lebendimpfstoffen aus abgeschwächten, aber noch vermehrungsfähigen Viren, wie sie auch gegen Röteln, Masern und Windpocken zum Einsatz kommen. Daher ist es wichtig, den Impfschutz bereits vor dem möglichen Beginn einer Schwangerschaft zu checken. Diese Checkliste von familien-gesundheit.de hilft Ihnen, dem Impfstatus bei Kinderwunsch zu erheben und die Impfungen gegebenenfalls aufzufrischen.

 

Checken Sie Ihren Impfausweis!

Besteht bei Ihnen ein Kinderwunsch und planen Sie daher eine Schwangerschaft, sollten Sie rechtzeitig auch an wichtige Impfungen und Ihren Impfstatus denken. Am besten Sie nehmen zum Durchgehen der Checkliste Ihren Impfausweis zur Hand. Diesen sollten Sie auch der Frauenärztin oder dem Hausarzt vorlegen, wenn Sie sich beraten lassen, ob Ihr Impfschutz vollständig ist oder durch eine frühere Erkrankung eventuell schon eine Immunität besteht. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, den Impfstatus bei nachfolgenden Krankheit bei Kinderwunsch, also vor Beginn einer Schwangerschaft, zu prüfen, um eine Immunität zu gewährleisten.

  • Röteln

    Erkranken Schwangere an Röteln, besteht für das Baby ein Risiko für Fehlbildungen des Herzens oder des Gehirns sowie die Gefahr von Einschränkungen der Seh- und Hörkraft. Da diese Fehlbildungen sehr schwerwiegend sein können, wird sicherheitshalber zu Beginn der Schwangerschaft durch einen Bluttest untersucht, ob die Mutter gegen Röteln immun ist. Alle Experten sind sich einig: Den sichersten Schutz vor Röteln bietet eine Impfung.

  • Masern

    Masern können in der Schwangerschaft mit hohem Fieber einhergehen und zu Komplikationen wie einer schweren Lungenentzündungen führen. Darüber hinaus erhöht sich das Risiko einer Frühgeburt. Bei einer Infektion gegen Ende der Schwangerschaft kann das Baby mit Masern geboren werden, wobei eine solche Infektion aufgrund des noch nicht ausgereiften Immunsystems lebensgefährlich sein kann. Masern sind hochgradig ansteckend. Eine Ansteckung lässt sich nur durch eine Impfung verhindern.

  • Windpocken (Varizellen)

    Eine Windpockeninfektion während der Schwangerschaft kann beim Ungeborenem in seltenen Fällen zum sogenannten Varizellensyndrom führen – also Fehlbildungen der Gliedmaßen, des Gehirns, der Augen und der Haut.

  • Keuchhusten (Pertussis)

    Eine Keuchhusten-Erkrankung der werdenden Mutter gefährdet zwar das Kind nicht direkt, die Hustenanfälle können jedoch vorzeitige Wehen auslösen. Außerdem stellt die Infektion eine schwere Belastung für die Mutter dar.

Wichtiger Hinweis

Familienschutz bei Keuchhusten wichtig

Normalerweise bekommt das Baby die Antigene der Mutter mit. Es besitzt damit in den ersten Lebensmonaten den sogenannten Nestschutz. Bei Keuchhusten setzt der „Nestschutz“ aus. Da diese Krankheit wegen der starken Hustenattacken aber gerade für Säuglinge schnell lebensbedrohlich wird, sollten alle nahestehenden Personen – also auch der Papa, die Geschwister oder die Großeltern – ihren Impfstatus überprüfen lassen. Nur so lässt sich am besten eine Ansteckung vermeiden. Das Kind selbst kann frühestens mit etwa zwei Monaten gegen Keuchhusten geimpft werden.

 

  • Allgemeine Empfehlungen der STIKO

    Um den Impfschutz komplett zu machen, sollten auch die allgemeinen, von der STIKO empfohlenen Impfungen bei Bedarf, spätestens bei einer durch den Kinderwunsch geplanten Schwangerschaft aufgefrischt oder nachgeholt werden. Dies gilt insbesondere für Diphterie und Tetanus sowie Kinderlähmung (Polio) und Hepatitis B.

  • Grippeschutzimpfung

    Während der Grippesaison wird für Schwangere vor allem ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel eine Gruppeschutzimpfung, also eine Impfung gegen die aktuellen Grippeerreger, empfohlen. Die Grippeschutzimpfung muss jedes Jahr erneuert werden, weil der Impfstoff regelmäßig an die erwarteten Virenstämme angepasst wird. Die Influenza stellt zwar im Allgemeinen keine Gefahr für das ungeborene Kind dar, durch hohes Fieber bei der Mutter können jedoch vorzeitig Wehen auftreten. Studien legen nahe, dass das Risiko für Früh- oder Fehlgeburten steigt. Außerdem stellt auch eine Grippeerkrankung eine starke – und vermeidbare – körperliche Belastung für die Mutter dar.