Checkliste: Der richtige Geburtsvorbereitungskurs

Vorbereitung auf die Geburt – worauf kommt es an?

Frauen, die ein Baby erwarten, blicken oft mit gemischten Gefühlen auf den großen Tag der Geburt. Freude und Neugier sind bestimmt dabei, aber wahrscheinlich auch Unsicherheit und ein wenig Angst. Eine Hilfe, Sorgen zu nehmen, Fragen zu klären und sich auf die Geburt vorzubereiten sind die von Hebammen oder Krankenhäusern angebotenen Geburtsvorbereitungskurse. Häufig gestellte Fragen und wichtige Hinweise sind hier von der familien-gesundheit.de-Redaktion als praktische Checkliste zusammengetragen und sollen Ihnen bei der Entscheidung für einen Kurs helfen.

 

Die häufigsten Fragen rund um den Geburtsvorbereitungskurs

  • Muss ich an einem Geburtsvorbereitungskurs teilnehmen?

    Nein, die Teilnahme ist freiwillig. Heutzutage finden sich viele Informationen zum Thema Schwangerschaft und Geburt im Internet, aber vielleicht stiftet das auch gerade mehr Verwirrung als Beruhigung. In einem Geburtsvorbereitungskurs dagegen treffen Sie auf Frauen, die sich in der gleichen Situation wie Sie befinden und mit denen Sie sich über Befindlichkeiten und Sorgen austauschen können. Treten neue Fragen auf, können diese gleich mit der Hebamme besprochen werden. Ein guter Vorbereitungskurs informiert, stiftet Selbstvertrauen und Körpergefühl und ist damit auf jeden Fall sinnvoll und empfehlenswert.

  • Wann findet der Kurs statt? Wann muss ich mich anmelden?

    Ein Kurs zur Geburtsvorbereitung ist erst ungefähr ab der 28. Schwangerschaftswoche sinnvoll. Der Bauch wächst, der ausgerechnete Geburtstermin rückt näher und das Baby immer mehr ins Bewusstsein. Damit Sie jedoch zur passenden Zeit einen Platz in einem Kurs bekommen, sollten Sie sich rechtzeitig über die Angebote in Ihrer Umgebung informieren und sich bis spätestens zur 20. Schwangerschaftswoche angemeldet haben. Tipps und Kontakte kann Ihnen sicher auch Ihre Frauenärztin geben.

  • Wie lange dauert so ein Kurs?

    Normalerweise besteht ein solcher Geburtsvorbereitungskurs aus 14 Stunden, die meistens auf sieben Termine zusammengelegt werden. Zeiten und Abstände können je nach Angebot variieren.

  • Wer bezahlt den Geburtsvorbereitungskurs?

    Die Kosten für einen regulären, von einer Hebamme geleiteten Geburtsvorbereitungskurs werden von der Krankenkasse übernommen. Eventuelle Partner-Beiträge müssen meistens selbst bezahlt werden, eine Anfrage bei der Krankenkasse lohnt sich aber.

  • Darf mein Partner mitkommen?

    In erster Linie richten sich die Kurse an die werdenden Mütter. Vielen ist es auch angenehmer, bestimmte Dinge „unter Frauen“ zu besprechen. Bei vielen Kursen ist jedoch mindestens ein „Partnertermin“ vorgesehen, bei denen auch die Männer ihre Fragen und Sorgen loswerden und lernen können, wie sie ihre Partnerin bei der Geburt unterstützen können.

  • Was lerne ich im Geburtsvorbereitungskurs?

    Geburtsvorbereitungskurse sollen Schwangeren helfen, sich auf die Geburt einzustellen. Dazu gehören sowohl fachliche Informationen über den Ablauf der Geburt als auch Übungen und Entspannungstechniken, die einer körperlichen Vorbereitung dienen. Darüber hinaus geht es darum, Ängste zu nehmen und selbstverständlich Fragen aller Art, auch persönliche, zu besprechen.

  • Welche Übungen werden in einem Geburtsvorbereitungskurs gemacht?

    Keine Sorge, das Klischee vom „Hechelkurs“ ist überholt. Dennoch sind Übungen zu verschiedenen Atemtechniken ein wichtiger Bestandteil eines Geburtsvorbereitungskurses, denn durch die richtige Atmung werden die Geburt erleichtert und Schmerzen gelindert. Hinzukommen Entspannungsübungen, die während der Geburt dazu dienen, in den Wehenpausen neue Kraft zu schöpfen, die aber auch bei sonstiger Anspannung beruhigend wirken. Die dritte Kategorie von Übungen sind spezielle Fitnessübungen, die der Kräftigung des in der Schwangerschaft stark beanspruchten Rückens und Beckenbodens dienen.

  • Welche Informationen werden vermittelt?

    Zunächst einmal wird der Ablauf der Geburt erklärt und besprochen, um Unsicherheiten zu nehmen. Dieser Teil des Kurses sollte auch der Moment sein, Fragen zu stellen, die Sie bewegen, und Sorgen zu benennen. Haben Sie keine Angst, eine „dumme“ Frage zu stellen, die Antwort wird sicher auch für die eine oder andere Teilnehmerin ebenfalls interessant sein. Manche Hebammen reservieren außerdem einen Termin gegen Ende des Kurses, an dem es um all die kleinen und großen Dinge geht, die nach der Geburt kommen: stillen, baden, wickeln und weitere Fragen der Babypflege.

 

Schnellcheckliste: Worauf muss ich bei der Auswahl des Geburtsvorbereitungskurses achten?

Bei dem vielfältigen Angebot an Geburtsvorbereitungskursen fällt die Wahl oft schwer. Hier noch einige Checklisten-Punkte, auf die Sie achten beziehungsweise die Sie bei einem Gespräch nachfragen sollten:

  • Kursgröße: Mehr als 8 – 12 Teilnehmerinnen sind zu viele für eine persönliche Atmosphäre und eine individuelle Betreuung.
  • Kenntnisstand der Hebamme: Bildet sich die Hebamme regelmäßig fort oder erzählt sie seit Jahren das gleiche?
  • Partner: Ist eine Partnerstunde vorgesehen?
  • Zielgruppe: Nehmen vor allem Erstgebärende teil oder „erfahrene“ Mütter teil? Denn je nach Kurszusammensetzung sind die angesprochenen Themen meist unterschiedlich.
  • Schwerpunkte: Informieren Sie sich auf der Webseite, bei Bekannten oder im direkten Gespräch, worauf die Schwerpunkte des jeweiligen Kurses liegen und wie er abläuft.
  • Austauschmöglichkeiten: Gibt es während des Vorbereitungskurses oder danach Zeit – vielleicht bei einer Tasse Tee – sich in der Gruppe auszutauschen?
  • „Wellenlänge“: Ist Ihnen die Hebamme sympathisch? Haben Sie das Gefühl mit Ihren Fragen ernst genommen zu werden? Immerhin handelt es sich um ein sehr persönliches und auch intimes Thema.