Brandschutz für Senioren an Weihnachten

Darum leben ältere Menschen im Advent gefährlich

Die Weihnachtszeit ist zwar die besinnlichste Zeit des Jahres, jedoch auch eine gefährliche Zeit. Seit Jahren beobachten Brandschutz-Experten eine bedenkliche Tendenz: Die Zahl der Wohnungsbrände steigt im Advent, an den Weihnachtsfeiertagen und über den Jahreswechsel. Besonders betroffen sind Senioren, denn laut Statistiken sind über 60 Prozent aller Brandopfer, die von den Feuerwehren nach einem Wohnungsbrand oder Wohnhausbrand nur noch tot aus den Wohnungen und Häusern geborgen werden, älter als 60 Jahre. Das Risiko, bei einem Wohnungsbrand ums Leben zu kommen, ist für Senioren doppelt so hoch wie für den Rest der Bevölkerung. Einen nicht unerheblichen Anteil daran haben brennende Adventskränze und in Flammen aufgehende Weihnachtsbäume.

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Das Thema „Brandschutz in der Weihnachts- und Adventszeit“ ist für Senioren besonders wichtig, denn ihr Risiko, bei einem Brand ums Leben zu kommen, ist doppelt so hoch wie im Rest der Bevölkerung. Mit ein paar einfachen Brandschutz-Maßnahmen lässt sich die Sicherheit in der besinnlichen Jahreszeit jedoch enorm erhöhen. Eine Gefahr lässt sich schnell bannen. Auch wenn es noch so schön und romantisch aussehen mag, auf den Tannenbaum gehören keine echten Kerzen.

 

Einfache Brandschutz-Maßnahmen an Weihnachten retten Leben

Um die Gefahr zu bannen und das Risiko zu reduzieren, empfiehlt beispielsweise die Initiative „Rauchmelder retten Leben“ Angehörigen, beim Adventskaffee die Gelegenheit zu nutzen, um die Wohnung diskret in puncto Brandschutz zu überprüfen. Experten wissen, wo sie hinschauen müssen. So beginnen die meisten Brände sich von der Küche oder im Wohnzimmer in der Wohnung auszubreiten. Hier sollten vor allem Elektrogeräte und Elektrokabel regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls ausgetauscht werden. Bügeleisen, Wasserkocher, Toaster und auch Tisch- bzw. Stehlampen unterliegen dem Verschleiß.

Auch die Installation von Rauchmeldern ist eine sinnvolle Investition in den Brandschutz, die nachweislich Leben retten kann, denn 95 Prozent der Opfer sterben nicht in den Flammen, sondern an den gefährlichen Rauchgasen. Rauchmelder geben Warnsignale ab, sobald sie eine Konzentration von Rauch- und Rußpartikeln in der Luft feststellen. So können sich die Bewohner im Fall der Fälle rechtzeitig in Sicherheit bringen. Dass sich ein Brand unbemerkt entwickelt, wird so verhindert.

 

Brandschutz für Senioren: Verzicht auf echte Kerzen in der Weihnachtszeit

Ein großes Gefahrenpotential sind Kerzen in der Weihnachtszeit. Auch wenn sie ein heimeliges Licht machen und damit zu Weihnachten einfach dazugehören, sollten Senioren auf echte Kerzen besser verzichten. Normale Kerzen können herunterbrennen und unter Umständen das Adventsgesteck oder die Tischdecke in Brand setzen. Auch ein langsam austrocknender Tannenbaum steht schneller in Flammen als gedacht.

Deswegen dürfen Sie Kerzen niemals anbrennen und unbeaufsichtigt lassen. Doch das ist vielfach leichter gesagt als getan, denn so mancher rüstige Rentner macht auch schnell mal ein unbeabsichtigtes Nickerchen beim gemütlichen Fernsehnachmittag. Daher ist es besser, wenn Senioren auf Kerzennachbildungen mit LED-Technik setzen. Die heute zu kaufende Generation ist von echten Kerzen kaum noch zu unterscheiden und sorgt für eine stimmungsvolle Atmosphöre. Sie kann jedoch keinen Brand auslösen, weil es kein offenes Feuer mehr gibt.

 

Was ist zu tun, wenn es brennt?

Wichtig ist es auch, mit den Senioren in regelmäßigen Abständen durchzugehen, was im Ernstfall zu tun ist. So sollte ein Telefon auf dem Nachtschrank neben dem Bett stehen. Darauf muss kenntlich gemacht sein, dass die 112 die Notrufnummer ist, um im Brandfall die Feuerwehr zu rufen. Auch sollte der Hausschlüssel immer am selben Platz abgelegt werden und somit stets griffbereit sein. Fluchtwege müssen offen sein und dürfen nicht zugestellt werden. Wenn es brennt, bleiben laut Experten nämlich nur zwei Minuten zur Flucht. Gerade für ältere Menschen, die nicht mehr ganz so mobil und schnell sind, zählt bei einem Brand tatsächlich jede Sekunde und erhöht die Chance, lediglich mit einem Schrecken davon zu kommen.

 

Im Überblick

Die wichtigsten Brandschutz-Maßnahmen an Weihnachten für Senioren

Als Zusammenfassung lassen sich die wichtigsten Brandschutz-Maßnahmen für Senioren an Weihnachten wie folgt festhalten, damit die schönste Zeit des Jahres weniger gefährlich ist:

  • Keine echten Kerzen im Adventskranz oder im Adventsgesteck.
    Besser sind Nachbildungen mit LED.
  • Den Adventsbaum nicht mit echten Kerzen oder Wunderkerzen bestücken.
    Der Einwand, dass es schon immer so gemacht wurde, weil es so schön ist, zählt nicht. Sicherheit geht vor!
  • Bei Lichterketten die Kabel auf defekte Isolierung und mögliche Kabelbrüche kontrollieren.
  • Elektrogeräte und Elektrokabel regelmäßig kontrollieren. Gegebenenfalls ältere Geräte austauschen.
  • Heizdecken und Heizstrahler vom Elektromeister überprüfen lassen.
  • Rauchmelder im Wohnbereich sowie in der Küche installieren, damit Brände sich nicht unbemerkt ausbreiten können.
  • Sämtliche Fluchtwege offenhalten.
  • Im Bett niemals rauchen.
  • Regelmäßig die Notfall-Situation durchgehen und erklären, was zu tun ist.
  • Telefon mit Notfall-Rufnummern in Reichweite des Bettes platzieren.

 

 

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