Bewegung für Babys

Vom Strampeln bis zum Rennen: Sich bewegen ist wichtig für Babys & Kleinkinder

Bereits im Mutterleib haben Babys einen natürlichen Bewegungsdrang. Da wird getreten und geturnt. Mama in spe merkt das ganz deutlich. Und auch Neugeborene können bereits ordentlich strampeln. Obwohl es bis zum fröhlich hüpfenden Kleinkind noch weit ist, sollten Eltern eines nicht aus dem Blick verlieren: Bewegung ist für Babys und Kleinkinder essentiell. Begleiten und fördern Sie daher Ihr Kind leibevoll, wo immer es geht!

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Möchten Eltern Ihr Kind möglichst früh und optimal fördern, so sollten Sie bereits dem Säugling den Freiraum lassen, sich selbstbestimmt zu bewegen und seine Welt zu entdecken. Das ist wichtig für die kindliche Entwicklung. Bewegungsspiele, Baby-Gymnastik und gemeinsame Krabbeltouren auf dem Boden fördern nicht nur die Eltern-Kind-Beziehung, sondern geben Zuversicht und Selbstbewusstsein.

 

Entwicklungsförderung par excellence: Bewegung für Babys

Motorisch geht in den ersten beiden Lebensjahren „richtig was ab“, denn die motorische Entwicklung von Babys und Kleinkindern verläuft rasant: Strampeln, drehen, robben, krabbeln, langsam hochziehen, die ersten vorsichtigen, wackeligen Schritte und nicht viel später das erste Wettrennen, die ersten Hüpfer in die Regenpfütze – Plitsch! Platsch! Juchuu! – und dann die Erkundung des Kletterturms.

Kinder sollten in ihrem Bewegungsdrang daher nie eingeschränkt, sondern nach Möglichkeit immer unterstützt und ermutigt werden. Denn obwohl alle Kinder als Entdecker geboren werden und daher ihre Umwelt erkunden möchten, sind die Charaktere doch ganz verschieden. Das eine Kind ist ein „kleiner Draufgänger“, während ein anderes Kind deutlich vorsichtiger und schüchterner ist. Hier sind die Eltern gefragt, denn sie bestimmen die Umwelt, in der das Kind aufwächst. Lassen Sie Ihrem Kind so viel Freiräume wie möglich, um im eigenen Tempo auf Entdeckungstour zu gehen. Dabei sollten Sie den kleinen Draufgänger sanft bremsen, wenn es zu brenzlig wird und die Schüchternen immer wieder ermutigen, sich etwas zuzutrauen.

 

Motorische und haptische Erfahrungen prägen auch die Persönlichkeit

Das Heim sollte kindersicher sein, d. h. potentielle Gefahrenquellen müssen entschärft sein. Jedoch hemmt ein Zuviel an Vorsicht der Entwicklung der Kinder. Übervorsichtige Eltern bremsen statt fördern. Über die körperliche Erfahrung erschließen sich Kleinkinder und Babys die Welt. Sie müssen buchstäblich begreifen und dazu auch lernen, ihren Körper zu beherrschen. Und wer anfangs vorsichtig auf zwei Beinen balanciert, der wird auch mal auf die Nase fallen. Das gehört zum Großwerden einfach dazu. Und dieser Prozess der Entdeckung der Welt geht los mit dem Strampeln. Der nächste Schritt besteht darin, sich aus dem Liegen aufzurichten und hin zu setzen. So hat man doch gleich einen viel besseren Überblick! Und dann möchte der kleine Entdecker genau dahin kommen, wo es interessant ist.

Die wenigsten Kinder werden direkt anfangen loszulaufen. Sie kullern sich erst, dann robben sie, bevor sie krabbeln. Und erst danach beginnen sie, sich aufzurichten und auf die eigenen Füße zu stellen. Doch der Wille, sich fortzubewegen, treibt alle an – Jungen wie Mädchen, Introvertierte wie Extrovertierte. Und wenn das Ziel erreicht ist, dann wird gestrahlt von einem Ohr bis zum anderen. Diese Erfolgserlebnisse vermitteln den Kleinen Selbstbewusstsein. Bewegung, Körper und Sinne spielen zusammen und tragen dazu bei, die Persönlichkeit zu prägen.

 

 

Freiheit & Zuversicht bei der Entdeckung der Welt sind besser als übertriebene Vorsicht

Je mehr Eltern versuchen, zu schützen und in diese Prozesse einzugreifen, desto mehr kann schief gehen. Ein Beispiel: Eine Treppe ist durchaus gefährlich, denn Babys können die Treppe herunterfallen und sich böse verletzten. Doch Babys und Kleinkinder sind durchaus in der Lage, eine Treppe hinaufzukrabbeln. Das Hinunterkrabbeln wird allerdings erst später gelernt. Kleinkindern den kompletten Zugang zu Treppen zu verwehren, ist daher kontraproduktiv. Eltern sollten stattdessen dabei bleiben und das Krabbelkind bei der Erkundung der Treppe begleiten und unterstützen, sodass es den Erfahrungsraum „Boden“ in all seinen Dimensionen wahrnehmen kann. Das gibt wirklich „Bodenhaftung“.

Studien zeigen außerdem, dass Babys, die sich regelmäßig und häufig bewegen, ihren Altersgenosssen, die sich weniger bewegen, einiges voraus haben. Die Bewegungskinder sind aktiver und gehen auf ihre Umwelt zu, d. h. sie zeigen Eigeninitiative und Zuversicht. Ihre Frustrationstoleranz ist höher, da sie sich von Misserfolgen nicht gleich entmutigen lassen. Diese Strategien sind für die spätere Lebensbewältigung wichtige Kernkompetenzen. Diese Kinder zeigen auch später mehr Bewegungsfreude, was direkten Einfluss auf die Gesundheit nimmt, denn Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben so weniger Chancen.

 

Mama, Papa & Kind – ein tolles Bewegungs-Team

Die beste Voraussetzung für bewegungsfreudige Babys ist eine sehr solide Eltern-Kind-Beziehung. Nur wenn die Kleinen wissen, dass Mama und Papa immer hinter ihnen stehen, trauen sie sich auch zu, die Welt zu erkunden. Dabei sollte jedes Kind sein ganz eigenes Tempo haben dürfen. Das eigene Kind mit anderen Kindern oder den Geschwisterkindern zu vergleichen, bringt gar nichts, denn jedes Kind ist einzigartig.

 

Bewegungstipps für Eltern

Nicht alles, was es zu kaufen gibt, ist gut – Rückbesinnung auf bewährte Spielkonzepte macht durchaus Sinn

So manche gut gemeinte Unterstützungshilfe kann eher kontraproduktiv sein. Lauflernhilfen werden vom Handel angepriesen. Sie fallen allerdings in die Kategorie „Gut gemeint, aber nicht gut gemacht“, denn sie nehmen den Kindern Freiräume. Letztlich muss ein Kind immer eine bestimmte Position selbst erreichen wollen und dann aus eigener Kraft „erobern“ können. Nur dieser Erfolg bringt es in seiner Entwicklung weiter.

Immer eine gute Idee ist es dagegen, wenn sich die Erwachsenen zu den Kindern auf den Boden begeben und mit ihnen beispielsweise auf Augenhöhe durch die Wohnung krabbeln. Das gemeinsame Miteinander, das Gefühl, zusammen etwas zu schaffen und der dabei entstehende Körperkontakt sind enorm wichtig für die Entwicklung. Auch Schoßreiterspiele wie das altbekannte „Hoppe, hoppe Reiter“ oder gemeinsames Wippen zur Musik sind ausgezeichnete Bewegungsspiele, die groß und klein ganz viel Spaß machen.