Beerenhecke anlegen

„Essbare Hecke“: Keine Genusshecke ohne Wildobst

Im Herbst ist Pflanzeit. Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, um Bäume und Sträucher zu pflanzen. Sie können noch gut bis zum Winter anwurzeln und bereits im nächsten Jahr die ersten Früchte tragen.

Wer schon immer von einer „Genusshecke“, also einer Beerenhecke träumt, sollte jetzt „in die Hände spucken“ und den Traum einfach verwirklichen. Kombinieren Sie Sichtschutz mit tollen Blüten und einer reichen Ernte. Was wollen Sie mehr? Da kann eine langweilige Hecke aus Lebensbaum oder Liguster einfach nicht mithalten.

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Eine Beerenhecke verbindet viele Vorteile. Sie kann Sichtschutz und Abgrenzung sein. Doch das für Naschkatzen, Leckermäulchen und Gourmets ausschlaggebende Argument ist ein anderes: Die „Essbare Hecke“ liefert viele, leckere und gesunde Früchte. Aus selbstangebauten Beeren wie Johannisbeeren, Brombeeren, Himbeeren und Heidelbeeren lassen sich tolle Limonaden, Fruchtsäfte und Konfitüren herstellen. Frisch vom Strauch gepflückt schmecken sie einfach am allerbesten.

 

Vorteile einer Beerenhecke im Überblick

Die Beerenhecke vereint viele Pluspunkte:

  • Eine Beerenhecke liefert im Laufe der Saison viele leckere Früchte – z. B. für tolle Konfitüren, Gelees oder Säfte.
  • Eine Beerenhecke dient auch als Sichtschutz, Lärmschutz und Begrenzung.
  • Der Pflegeaufwand für eine Beerenhecke hält sich in Grenzen.
  • Die Beerenhecke ist durchaus auch für Anfänger und Gartenneulinge geeignet.
  • Die Beerenhecke versorgt Bienen, Hummeln und Vögel mit reichlich Nahrung und bietet darüberhinaus noch Versteckmöglichkeiten.
  • Beeren enthalten sehr viele sekundäre Pflanzenstoffe. Sie sind wahre Vitaminbomben und damit sehr gesund.

Die essbare Hecke darf daher eigentlich in keinem Naschgarten fehlen.

 

Für die Beerenhecke geeignete Beerensträucher und Wildobstarten

Als Beerenhecke eignen sich vor allem verschiedene Beerensträucher und einige Wildobstarten. Hier ein Überblick:

  • Himbeere
  • Brombeere
  • Boysenbeere (Kreuzung aus Brombeere und Loganbeere, die wiederum eine Kreuzung aus Brombeere und Himbeere ist)
  • Heidelbeere
  • Fliederbeere (Holunder)
  • Edel-Eberesche (Vogelbeere)
  • Johannisbeere (Schwarze Johannisbeere, Rote Johannisbeere, Weiße Johannisbeere)
  • Stachelbeere
  • Jochelbeere (Kreuzung aus Johannisbeere und Stachelbeere)
  • Jostabeere
  • Maulbeere
  • Gojibeere
  • Apfelbeere (Aronia)
  • Japanische Weinbeere
  • Sanddorn

 

 

Auswahl des Standortes für die Beerenhecke

Beim Anlegen der Beerenhecke ist zu beachten: Stachelbeeren, Johannisbeeren, Vogelbeeren und Hollunder wachsen einfach so nach oben. Sie brauchen allenfalls ab und an einen Formschnitt. Brombeeren und Himbeeren dagegen benötigen ein Rankgerüst, an dem sie entlanggeführt werden müssen.

Damit die Früchte gut reifen und eine schöne Süße entwickeln können, ist ein halbschattiger bis sonniger Standort ideal. Im Schatten unter Bäumen kommen jedoch Brombeeren, Himbeeren und Heidelbeeren gut zurecht. Ihre Wildformen wachsen schließlich im Wald bzw. an Waldrändern. Auch für Hollunder stellen solche Bedingungen in der Regel kein allzu großes Problem dar. Früher gehörte der „Hollerbusch“ übrigens zu fast jedem Haus. Er sollte böse Geister abhalten und die Hausbewohner vor Unheil wie Krankheiten schützen. Da Spalierobst in der Regel besser an der sonnigen Südseite gedeiht, musste sich der robuste Hollunder nicht selten mit der Nordseite begnügen.

 

Der Tipp von familien-gesundheit.de für die Standort- & Pflanzenauswahl

Holen Sie sich Hilfe vom Fachmann bzw. von der Fachfrau

Lassen Sie sich im Gartenfachmarkt beraten, welche Beerensträucher und Wildobstarten für Ihr Grundstück und Ihre Bedingungen vor Ort in Frage kommen. Im Idealfall haben sie bereits vom geplanten Standort ein paar Bilder auf Ihrem Smartphone, die die Lichtsituation früh, mittags und abends dokumentieren. Die Spezialisten helfen Ihnen auch beim Erstellen eines Pflanzplanes. So behalten Sie bei der erreichbaren Höhe der Pflanzen sowie den erforderlichen Mindestpflanzabstand stets den Überblick.

 

Vorbereitung des Bodens für die Beerenhecke

Die meisten Beerensträucher sind in puncto Boden recht anspruchslos. Die Erde sollte im Bereich der zukünftigen Beerenhecke entsprechend tief und gründlich aufgelockert werden. Die Einarbeitung von frischem Kompost verbessert nicht nur die Struktur, sondern sorgt für ausreichend Nährstoffe und ist damit ein natürlicher Dünger. Sehr schwere Böden können Sie zusätzlich mit etwas Sand und feinen Kies verbessern und so die Durchlässigkeit für Luft und Wasser erhöhen. Die Sträucher werden es ihnen mit einem üppigeren Wachstum danken.

Sollen Heidelbeeren Ihre Beerenhecke bereichern, so müssen Sie hier zwei Dinge bedenken. Zum einen sind Heidelbeeren sogenannte Moorbeetpflanzen. Sie benötigen daher einen sogenannten sauren Boden, also Erde mit niedrigem PH-Gehalt. Der Fachhandel bietet hier unter dem Begriff „Rhododendron-Erde“ entsprechend aufbereitete Erden an. Die vorhandene Erde sollte damit ausgetauscht werden. Zum anderen geht bei Heidelbeersorten unter Kleingärtnern das Gerücht um, dass diese zweihäusig wären, also man männliche und weibliche Pflanzen für den Fruchtansatz benötigen würde. Das ist falsch. Kulturheidelbeeren sin deinhäusig, sodass männliche und weibliche Blüten an einer Pflanze entstehen und sie sich gegenseitig befruchten können. Jedoch haben Versuche gezeigt, dass die Nachbarschaft von zwei oder drei Pflanzen anderer Sorten den Beerenertrag steigern.

 

An die Wurzelsperre denken – dann klappt es auch mit den Nachbarn

Sowohl Himbeeren und Brombeeren als auch der Sanddorn entwickeln lange Wurzelausläufer, an denen neue Triebe entstehen. Soll die Beerenhecke an der Grundstücksgrenze angelegt werden, könnte es Konfliktpotential mit den Nachbarn geben. Hier sorgt eine Wurzelsperre für Entspannung, denn sie begrenzt den „Ausdehnungsdrang“ von Sanddorn, Brombeeren und Co und verhindert so auch, dass langsam wachsende Pflanzen verdrängt. Die Wurzelsperre muss jedoch tief genug eingegraben werden. Experten empfehlen eine Tiefe von mindestens 60 bis 80 Zentimetern.