Baum pflanzen zur Geburt

Tradition bewahren und zur Geburt einen Lebensbaum pflanzen

In Kunst, Literatur und Religion werden Bäume häufig als Symbole für Leben, Wachstum und Fruchtbarkeit genutzt. So verwundert es nicht, dass sich in vielen Gegenden Deutschlands eine schöne Tradition entwickelte: Zur Geburt eines Kindes wird ein Baum gepflanzt. Je nach Region wird die Tradition als „Geburtsbaum pflanzen“ bzw. als „Lebensbaum pflanzen“ bezeichnet. Dieser Begleiter durchs Leben soll mit dem neuen Erdenbürger wachsen und gedeihen, ihn aber stets auch an seine Herkunft und Wurzeln erinnern.

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Bis aus einem kleinen Apfelbäumchen ein solch stattlicher Apfelbaum geworden ist, werden Jahre vergehen. Doch das Pflanzen eines Baumes zur Geburt eines Kindes ist ein schöner Brauch. Der kleine Baum wird mit dem Kind wachsen und es im Laufe der Zeit mit reichlich Früchten beschenken.

 

Doch das Leben wandelt sich. Nicht wenige Menschen leben heute in modernen Stadtwohnungen. Da gibt es bekanntlich wenig Platz für Grün. Dennoch lässt sich der Brauch, anlässlich der Geburt einen Baum zu pflanzen, auch hier pflegen, denn es gibt tolle Alternativen. Viele Städte und Gemeinden bieten Patenschaften für besondere Bäume im urbanen Raum an. Dies ist ideal für alle, die keinen Garten und kein Grundstück ihr Eigen nennen. Bei fast allen Baumpatenschaften darf man selbst zur Tat schreiten, d. h. der Geburtsbaum kann eigenhändig auf öffentlichem Grund gepflanzt werden.

 

Den richtigen Baum zur Geburt eines Kindes pflanzen

In einigen Regionen ist es üblich, wenn ein Mädchen geboren wird, einen Birnbaum zu pflanzen. Kommt dagegen ein Junge zur Welt, so wird der Apfelbaum ausgewählt.

Jede Baumart trägt dabei eine ganz bestimmte Botschaft in sich:

Die Birke steht für Neubeginn.

Sie gilt außerdem als Symbol für Widerstandsfähigkeit. Als Kraftquelle soll sie ein Schutzschild für das Kind sein.

Die Eiche steht für Beständigkeit.

Die Eiche ist ebenfalls ein Kraftbaum. Nicht zuletzt wird sie oft als „Herrscherin des Waldes“ bezeichnet. Als Lebensbaum steht die Eiche aber ebenfalls für Werte wie Treue, Ehrlichkeit und Gastfreundlichkeit.

Der Apfelbaum steht für die Liebe.

Der Apfelbaum ist einer der beliebtesten Lebensbäume, denn er gilt als Baum der Liebe, Fruchtbarkeit und Weisheit. Er symbolisiert damit all die mit einer Geburt verbundenen Segenswünsche in idealer Weise.

Der Kirschbaum steht für Glück.

Kinder lieben Kirschen. Was gibt es wohl schöneres, als die Kirschen vom eigenen Baum zu naschen? Kein Wunder, dass die Kirsche für Glück und Lebensfreude steht. Sie gilt allerdings auch als Symbol für Schönheit und Reinheit.

Der Birnbaum steht für Gerechtigkeit.

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei der Birne um den idealen Lebensbaum für ein Mädchen. Der Birnbaum gilt als Symbol für Reinheit, das Paradies und ein langes Leben.

 

Doch nicht einzig und allein der Symbolcharakter sollte bei der Wahl des richtigen Lebensbaumes den Ausschlag geben. Natürlich dürfen auch ganz praktische Erwägung in die Entscheidungsfindung, welcher Baum zur Geburt gepflanzt wird, einfließen. Fällt die Wahl auf einen Obstbaum, so hat dies den wunderbaren Nebeneffekt, dass man später die eigenen Früchte ernten kann. Wenn dann auch noch die Reifezeit der Früchte und der Geburtstag des Kindes übereinstimmen, ist dies ein „Perfect Match“. Die Früchte vom eigenen Lebensbaum zieren dann beispielsweise die Geburtstagstorte oder bilden den ultimativen Nachtisch jeder Geburtstagsfeier. Das Geburtstagskind wird diesem Highlight sicherlich entgegenfiebern.

Fühlt man sich den Traditionen nicht so sehr verpflichtet, eröffnen sich bei der Wahl des richtigen Baumes natürlich noch mehr Freiheiten. Hier kann man sich von den eigenen Vorlieben aber auch vom Charakter des Kindes leiten lassen.

 

Lebensbaum: Eine Magnolie für ein kleines Mädchen, ein Apfelbäumchen für einen Jungen

Das Pflanzen einer Magnolie als Lebensbaum passt prima zur Geburt eines Mädchens. Magnolien sind schließlich bekannt für ihren schönen Wuchs und die auffallenden Blüten.

Soll der Lebensbaum den Geburtstag des Kindes alljährlich mitfeiern, so braucht er natürlich ein Festtagsgewand – sprich: Er muss blühen. Für ein solches Vorhaben sollte man sich ein Gehölz aussuchen, dass im Geburtsmonat des Kindes Blüten trägt. Keine Angst: Selbst Winterkinder müssen hierbei nicht „in die Röhre schauen“, denn es gibt Bäume und Sträucher zur Genüge, die auch bei Eis und Schnee ihre Blüten entfalten. Als Beispiele seien an dieser Stelle nur die Schnee-Kirsche oder die Kamelie genannt.

 

Der familien-gesundheit.de-Tipp:

Lassen Sie sich vom Fachmann beraten!

Wenn Sie für Ihr Kind einen Baum zur Geburt pflanzen möchten, lassen Sie sich von einem Fachmann beraten. In Baumschulen, Pflanzenmärkten oder in Gärtnereien finden Sie die Experten. Diese werden bei der Auswahl viele weitere Dinge berücksichtigen – beispielsweise die Bodenbeschaffenheit am Standort oder den vorhandenen Platz. In jedem Fall finden Sie gemeinsam den idealen Lebensbaum.

Ähnlich wie Neugeborene sind auch neu gepflanzte Bäume empfindlich. Daher ist eine liebevolle Pflege und Hege bei einem jungen Baum unerlässlich. Der Fachmann gibt vor der Pflanzung des Baumes zur Geburt wertvolle Tipps, die sich meist leicht umsetzen lassen.

 

Die richtige Pflege, nachdem der Baum zur Geburt gepflanzt ist

Mit den nachfolgenden Tipps der Redaktion von familien-gesundheit.de ist ein erfolgreiches Anwachsen des Lebensbaumes gewährleistet. So werden Sie und das Geburtstagskind garantiert lange Freude am Lebensbegleiter haben:

  • Berechnen Sie die richtige Größe der Pflanzgrube. Als Faustregel gilt: Das ausgehobene Loch sollte mindestens die 1,5fache Größe des Wurzelballens haben.
  • Meist wird der Wurzelballen des neuen Baumes mit einem Drahtgeflecht beim Transport geschützt. Um optimales Wurzelwachstum zu gewährleisten, muss die sogenannte Drahtballierung vor dem Zuschütten des Loches gelöst werden. Dazu reicht eine einfache Kneifzange, mit der Sie das Drahtgeflecht mehrfach durchschneiden. Zusätzlich sollten sie einen schweren Lehmballen entsprechend auflockern.
  • Das Pflanzloch sollte langsam aufgefüllt werden. Dabei muss die Erde immer wieder vorsichtig angetreten werden.
  • Schaffen Sie für das Bäumchen einen ausreichend hohen Gießrand. Denn in nächster Zeit braucht der Lebensbaum in regelmäßigen Abständen ordentlich Wasser. Direkt nach dem Pflanzen des Baumes muss er umgehend gründlich gewässert werden. Das sogenannte Einschlämmen sorgt für einen guten Anschluss der Wurzeln an die Erde.
  • Als letzte Maßnahme für den Pflanzakt ist noch eine Stabilisierung des Bäumchens mit Pfählen empfehlenswert. Nur so kann der Lebensbaum gerade wachsen. Das Stabilisieren verhindert auch ein Abknicken bei Windstößen. Beim Anbinden ist darauf zu achten, dass die Rinde nicht verletzt wird. Wenn der Baum in den nächsten Jahren üppig wächst, müssen von Zeit zu Zeit die Riemen gelockert werden. So können sie nicht einschneiden und einwachsen.

 

Wenn das Pflanzen des Baumes zur Geburt erfolgreich war, können Sie sich voller Stolz zurücklehnen. Genießen Sie nicht nur die ersten Schritte des Nachwuchses, sondern auch das Heranwachsens des Begleiters für Lebens: dem Geburtsbaum.