Babys richtig tragen

Worauf Sie achten müssen, um Ihr Baby richtig zu tragen

Babys lieben es getragen zu werden. Kuschelige Nähe und der Geruch von Mama oder Papa beruhigen und geben ein Gefühl von Geborgenheit. Sobald die Kleinen um sich gucken und Interesse für ihre Umwelt zeigen, aber noch nicht selbst im Kinderwagen sitzen können, liefert die erhöhte Trageposition Ihrem Baby außerdem den nötigen „Überblick“. Babys, die viel getragen werden, schreien im Durchschnitt weniger und sind ausgeglichener.

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Wärme, Geborgenheit und einen guten Überblick – was will ein Baby mehr? Das Tragen eines Babys bringt viele Vorteile mit sich – nur richtig muss es sein, damit es zu keinen Schädigungen der Hüfte kommt.

 

Auch für die Eltern hat das Tragen des Babys manchen Vorteil: Treppen, Straßenbahnen, nur schnell Brötchen holen – so einiges wird einfacher, wenn der Kinderwagen stehen bleiben kann und die Hände trotzdem frei sind. Besonders angenehm ist das Tragen von Kleinkindern, wenn Sie einen Spaziergang im Wald oder am Strand vorhaben. Auch eine Wanderung in den Bergen wird so leichter.

 

Ist die Haltung beim Tragen für das Baby nicht schädlich?

Im Gegenteil: Das Getragen-Werden ist für Babys eine ganz natürliche Haltung. Heben Sie Ihr Baby einfach einmal hoch und achten Sie darauf, wie es sofort Körperspannung aufbaut und die Beine anzieht. Reflexartig hilft es bei der Einnahme der richtigen Position mit.

Darüber hinaus beugt das richtige Tragen bei Babys sogar späteren Hüftschädigungen vor. Wesentlich dabei ist jedoch, dass das Baby die richtige Position einnimmt. Worauf es dabei ankommt, und welche Tragemethoden diese Haltung unterstützen, erklärt familien-gesundheit.de in diesem Artikel.

 

Wie trage ich mein Baby richtig?

Wichtig ist, dass vor allem kleine Kinder Blickkontakt zum Tragenden haben. So entsteht – wie auch Kinderpsychologen bestätigen – eine engere Bindung. Schließlich ist der Gesichtsausdruck auch für Babys gut erkennbar, denn der Abstand zwischen seinem und dem Gesicht des Tragenden entspricht genau der Entfernung, in der Babys am schärfsten sehen können. Außerdem ist die Brust von Mama oder Papa immer besonders beruhigend, kuschelig warm und der beste Ort zum Einschlafen.

Aus orthopädischer Sicht ist es ebenfalls ratsam, die Kinder mit dem Gesicht zum Körper hin zu tragen. Schaut das Kind nach vorne, wird lediglich der Po vom Tragesteg gehalten und die Beine hängen herunter. Diese Position widerspricht der natürlichen Beinstellung und ist ungesund für die Hüftgelenke. Die Beine des Kindes sollten sich in einer „M-Position“, das heißt angehockt und gespreizt, befinden, denn so schiebt sich die Hüfte vor, der Rücken wird runder und die Hüftgelenke entlastet. Sitzt das Baby mit dem Gesicht zum Körper des Tragenden, nimmt es automatisch die korrekte Anhock-Spreiz-Haltung ein.

 

Tragetuch oder Babytrage?

Entscheiden Sie sich, Ihr Baby bzw. Kleinkind zu tragen, gibt es im Grunde zwei Varianten: Das Tragetuch, das in bestimmten Techniken gewickelt und am Ende geknotet wird, und Babytragen, die einfach umgeschnallt werden.

Beim Kauf einer Trage sollten Sie – im eigenen Interesse – auf eine rückenschonende Konstruktion und gepolsterte Riemen achten. Bei korrekt gewickelten Tragetüchern erübrigt sich dieser Punkt. Hierbei empfiehlt es sich aber, eine Größe zu wählen, die für beide Eltern und verschiedene Wickeltechniken lang genug ist. Tipp: vorher ausprobieren!

 

Das Tragetuch

Der klare Vorteil des Tragetuchs ist seine Vielseitigkeit: als Trage, als „Verstecktuch“ beim Stillen, als Decke, als Spielzeug, als Wickelunterlage und was Ihnen sonst noch alles einfällt. Es ist waschbar, wächst mit, kann von jedem benutzt werden und ist in vielen schönen Farbkombinationen erhältlich. Auch zum richtigen Tragen von sehr kleinen Babys oder Frühchen ist es optimal geeignet, da es sich an den Körper anschmiegt und sich einfach enger binden lässt.

Verschiedene Wickelanleitungen finden Sie im Internet. Nehmen Sie doch einmal eine Puppe oder einen Teddy zur Hand und probieren Sie aus, wie es am besten geht. Bei Säuglingen ist darauf zu achten, dass eine Variante gewählt wird, bei der das Köpfchen gestützt wird. So ist für Neugeborene zum Beispiel die sogenannte „Wickelkreuztrage“, in der das Kind überdies die richtige Anhock-Spreiz-Haltung einnimmt, bestens geeignet.

 

Mix-Varianten: RingSling und Mei Tai

Die ideale Mischvariante für den schnellen Einsatz ist der sogenannte RingSling. In einem simplen Doppelring wird ein Ende des Tuchs festgezogen und muss nicht erst gebunden werden. Für den Tragenden entsteht dadurch jedoch eine einseitige Schulterbelastung, sodass sich der Sling vor allem für kurze Wege oder eine schnelle Erledigung eignet. Klein zusammengefaltet lässt er sich auch gut mit auf einen Spaziergang nehmen und kann als „Notsitz“ zum Tragen von größeren Kindern mit müden Beinen eingesetzt werden.

Eine andere Kombinationsvariante ist der aus Asien stammende traditionelle Mei Tai. Als vorgeformte Trage für Babys ist er schnell angelegt, wird aber wie ein Tragetuch gebunden. Auf diese Weise eignet sich der Mei Tai gleichermaßen für große und kleinere Personen, passt sich der Körperform von Tragendem und Kind genau an und kann ab der Geburt bis zum Ende der Tragezeit eingesetzt werden.

 

Manduca, Baby Björn, Bondolino & Co

Der praktische Vorteil der „fertigen” Babytragen wie zum Beispiel von Manduca, Baby Björn, Ergobaby, Bondolino oder anderen Herstellern, ist, dass sie sich schnell und einfach umschnallen lassen und die passende Größe nur einmal eingestellt werden muss. Die einzelnen Modelle variieren in der Art der Trageriemen, der Polsterung, im Material und der Verschlusstechnik und natürlich im Preis. Es ist empfehlenswert, verschiedene Modelle selbst auszuprobieren und zu entscheiden, welches am besten zur eigenen Körperform und Rückengröße passt. Einige Hinweise helfen bei der Wahl der richtigen Trage für Ihr Baby und Sie selbst:

  • Denken Sie an Ihren Rücken: Sie werden die Trage oft benutzen und das Baby wird zum Kleinkind, d. h. es wird größer und schwerer – da sollten ein paar Euro mehr oder weniger nicht ausschlaggebend sein.
  • Angenehm kann ein breiter Hüftgurt sein, denn er verlagert das Gewicht auf die Hüfte und entlastet die Schultern.
  • Für Neugeborene muss eine Kopfstütze oder ein ausreichend hoher, gepolsterter Rand sowie ein verstellbarer Einsatz für die richtige Größe vorhanden sein.
  • Für größere Kinder ist wichtig, dass das Modell auch auf dem Rücken getragen werden kann, denn irgendwann wird es vor dem Bauch einfach zu „eng“.
  • Den Verschluss sollten Sie selbst und ohne Verrenkungen öffnen und schließen können.
  • Wählen Sie ein Tuch oder eine Trage, die für Mama und Papa gleichermaßen passt.
  • Das Material sollte pflegeleicht, waschbar und nicht zu „schwitzig“ sein.

 

Ausprobieren lohnt sich

Es ist immer schön und in vielen Situationen auch sehr praktisch sein Baby direkt am Körper zu haben. Wichtig ist, dass Sie Ihr Baby richtig tragen und ausprobieren, welche Variante für Sie in Frage kommt. Fragen Sie Ihre Freundin, ob sie Ihnen zeigt, wie das Tragetuch gewickelt wird und ob Sie es einmal ausprobieren können. Schauen Sie sich verschiedene Modelle von Babytragen an, informieren Sie sich über Vorzüge und Nachteile der einzelnen Modelle und testen Sie, wie sie sich für Ihre Schultern und Ihren Rücken anfühlen. Es lohnt sich für den Kuschelfaktor und die freien Hände!

Disclaimer
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