Baby im Sommer: Damit die Hitze Kleinkindern nichts ausmacht

Wie die Kleinsten heiße Tage gut überstehen

Für Babys ist der Sommer eine besonders entspannte Zeit. Langes Anziehen von zig Schichten Kleidung entfällt. Es geht oft nach draußen vor die Tür. Dort gibt es ganz viel zu erkunden und zu entdecken: tanzende Blätter im Wind, Sonnenstrahlen, die die Nase kitzeln und vielleicht flattert sogar ein bunter Schmetterling vorbei. Das Planschen im Babypool sorgt für Abkühlung. Die Wassertropfen spritzen und die bunten Seifenblasen fliegen meterweit.

© Daniel Reche / pexels.com

Babys genießen den Sommer, bedeutet er doch mehr Freiheiten. Eine Hitzewelle macht auch ihnen zu schaffen. Wie Ihr Kind gut durch die heißen Tage kommt, lesen Sie hier.

 

Die Redaktion von familien-gesundheit.de hat für sie ein paar wenige Tipps zusammengestellt, damit Sie als Eltern wissen, worauf Sie achten müssen, sodass es Ihrem Baby auch bei hohen Temperaturen gutgeht.

 

Wichtig! +++ Achtung! +++ Wichtig!

Sicherheit geht immer vor

Die wichtigste Verhaltensregel für Eltern kommt daher auch gleich an prominenter Stelle: Sicherheit geht bei Kindern, insbesondere bei Babys, immer vor!

  1. Lassen Sie Ihr Kind niemals im Sommer allein im Auto zurück – nicht für 30 Sekunden! Autos können sich binnen Minuten unheimlich stark aufheizen und werden dann zur tödlichen Gefahr. Kleinkinder kollabieren bereits nach kurzer Zeit. Bei Hitzeschlag droht Lebensgefahr!
    Sehen Sie ein Kind allein im Auto, helfen Sie ihm bitte umgehend. Es befindet sich in einer absoluten Notlage!
  2. Lassen Sie außerdem Ihr Baby niemals beim Planschen im Pool oder der Baby-Badewanne aus den Augen! Ein Kleinkind kann darin ertrinken, selbst wenn das Wasser nur wenige Zentimeter tief ist.

 

Wählen Sie die richtige Kleidung für Babys im Sommer

Das Zwiebelprinzip ist als Schlagwort bekannt, wenn es um die Kleidungswahl im Winter geht. Es funktioniert jedoch ganzjährig, denn auch während eines warmen Sommertages können die Temperaturen im Tagesverlauf stark schwanken. Morgens ist es oftmals noch recht kühl, ab Mittag wird es richtig heiß und gegen Abend kühlt es sich allmählich ab, wenn nicht ein Gewitter aufzieht und es sehr schwül wird.

Das Zwiebelprinzip sorgt für Flexibilität. Ziehen Sie Ihrem Baby daher einen dünnen Baumwoll-Body an. Darüber kommt ein leichtes T-Shirt und eine einfache Hose. Bei der ersten Runde am Morgen kann ein dünnes Jäckchen ebenso nicht schaden. Socken sollten auch immer zur „Grundausstattung“ für den Tag gehören. Wenn die Temperaturen im Tagesverlauf steigen, können Sie Kleidungsstück für Kleidungsstück schnell wieder ausziehen.

Wählen Sie atmungsaktive Materialien wie Baumwolle oder Leinen. Diese Stoffe nehmen Feuchtigkeit schnell auf und transportieren sie ab. Nicht bewährt für den Sommer haben sich Strampler und Strumpfhosen. Bevorzugen Sie stattdessen die Kombination aus Hosen und Söckchen. Diese haben Sie fix wieder ausgezogen. Babys mögen es, mit nackten Füßen auf Erkundungstour zu gehen:

  • Wie fühlt sich das grüne Zeugs unter meinen Füßen an (Mama nennt es Gras)?
  • Und was sind meine Füße für ein tolles Spielzeug!
  • Ich muss da unbedingt mal reinbeißen, um zu wissen, wie das schmeckt!

 

Wann ist es Babys im Sommer zu heiß?

Babys dürfen ein bisschen schwitzen, schließlich sind sie auch neun Monate mit den 36,7 Grad Celsius in Mamas Bauch gut klargekommen. Wenn Eltern sich unschlüssig sind, ob dem Baby zu heiß ist, machen Sie die Fühlprobe: Im Nacken können Sie ganz schnell und sicher prüfen, ob eine Überhitzung droht und sie deswegen Kleidungsstücke ausziehen sollten. Die Haut im Nacken darf sich weder zu warm noch zu feucht anfühlen. Wenn sich Babys nicht wohl fühlen, machen sie auf sich aufmerksam. Sie werden unruhiger und fangen an zu quengeln. Spätestens wenn der Protest in Schreien umschlägt, ist es an der Zeit, etwas kühlere Räume aufzusuchen und/oder weitere Kleidungsstücke auszuziehen.

Trotz Hitze sollte an ein Mützchen oder ein Hut gedacht werden. Es ist der beste Sonnenschutz fürs Baby und bewahrt einen kühlen Kopf. Der Hut sollte eine breite Krempe besitzen, so sind die Augen vor zu viel Sonneneinstrahlung geschützt. Um die ideale Kopfbedeckung für Ihr Kind zu finden, müssen Sie sicherlich mehrere Modelle ausprobieren.

 

Denken Sie beim Aufenthalt im Freien an den Sonnenschutz und den Insektenschutz

Spielen im Garten oder am Strand des Baggersees ist einfach nur toll. Nutzen Sie die Gelegenheit und lassen Sie an den Baby-Popo ruhig frische Luft. So hat die Windeldermatitis keine Chancen. Die „Frischluftkur für den Windelpopo“ fördert außerdem die Entwicklung des Körpergefühls.

Beim Aufenthalt im Freien ist jedoch darauf zu achten, dass die empfindliche Babyhaut nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt wird. Sie muss erst noch Eigenschutz-Mechanismen entwickeln, daher droht Babys im Sommer schnell ein Sonnenbrand. Das muss nicht sein, denn es gibt Sonnencreme. Verwenden Sie eine auf die empfindliche Babyhaut abgestimmte Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor – am besten LSF 50+. Achten Sie beim Kauf darauf, dass es sich um einen mineralischen Schutzfilter handelt. Chemische Schutzfilter sind für Babys Haut nicht ganz so gut. Bei Unsicherheit fragen Sie Ihre Hebamme, den Kinderarzt bzw. die Kinderärztin oder den Apotheker Ihres Vertrauens.

Wer viel an der frischen Luft ist und ständig Neues entdeckt, wird natürlich auch schneller müde. Der richtige Platz für ein kleines Mittagsschläfchen ist im Schatten unter einem Baum. Beim Schlafen im Freien darf jedoch ein Insektenschutz keinesfalls fehlen, schließlich können Mücken, Bienen und Wespen überall herumschwirren. Und da Babys oftmals mit offenem Mund schlummern, besteht die Gefahr, dass sie im Rachenraum gestochen werden. Ein dünnes Mulltuch über dem Kinderwagen verhindert ein solches Horrorszenario effektiv. Es gehört daher in die „Outdoor-Grundausstattung“ für die Wickeltasche.

Auch wenn Ihr Baby allenfalls über die Decke krabbelt und noch nicht schnurstracks über die Wiese im Park marschiert, sollten Sie nach einem ganzen Tag an der frischen Luft am Abend alle Hautfalten nach Zecken absuchen. Die Parasiten können Krankheiten wie FSME und Borreliose übertragen und sie lauern gern im Gras oder in Büschen. Einmal auf dem Körper gelandet, suchen sie sich gerne Hautfalten wie z. B. Armbeuge, Leiste oder Kniekehlen, um dort zuzustechen.

Der Handel bietet als Zeckenschutz sogenannte Repellents. Dabei handelt es sich um Insekten-Vergrämungsmittel. Die enthaltenen Duftstoffe mögen Zecken und Co nicht und suchen sich deshalb ein anderes Opfer. Eltern müssen beim Kauf sehr genau die Inhaltsstoffe lesen und darauf achten, für wen das Mittel der Wahl zugelassen ist. Leider besitzen nur einige Repellents die Zulassung für Babys und Kleinkinder. Die Mittel dürfen auch niemals auf Gesicht und Hände aufgetragen werden, da Kleinkinder ja gerne alles in den Mund stecken. So wird die Gefahr minimiert, dass der Wirkstoff in den Organismus gelangt.

 

Was Babys im Sommer bei warmen Temperaturen essen und trinken sollten

Baby, die von ihrer Mama voll gestillt werden, brauchen im Sommer keine Extra-Flüssigkeitszufuhr. Sie möchten dann nur öfters an die „Milchtankstelle“ und die hohen Temperaturen erschöpfen sie schneller beim Trinken an der Brust. Durch die kürzeren Stillzeiten trinken die Babys vor allem die Vordermilch. Sie gilt als besonders guter Durstlöscher.

Bei Flaschenkindern sollten die Eltern ruhig öfters das Fläschchen anbieten. Babys, die nicht mehr nur ausschließlich Milch bekommen, sondern auch schon feste Nahrung mit Essen, brauchen zusätzliche Getränke. Hier sollten Wasser und ungesüßte Tees regelmäßig angeboten werden. Ein guter Durstlöscher sind auch Saftschorlen, diese sollten jedoch im Verhältnis 3 : 1 gemischt werden, d. h. drei Teile Wasser und ein Teil Fruchtsaft.

Größere Babys dürfen natürlich auch schon Obst und Gemüse gereicht bekommen. Einen besonders hohen Wassergehalt weisen beispielsweise Melone und Nektarine bzw. Gurke und Tomate auf. Hier ist jedoch penibel auf die Küchenhygiene zu achten, denn bei hohen Temperaturen verderben Lebensmittel schneller und Keime sowie Schimmel vermehren sich fixer. Am besten ist es daher, Obst und Gemüse stets frisch aufzuschneiden und kleinzuschnippeln. So vermeiden Sie gefährliche Infektionen, denn das kindliche Immunsystem steht durch die Hitze sowieso schon unter größerem Stress und muss in den ersten Lebensjahren außerdem erst noch ausreifen.

Der Speiseplan im Sommer orientiert sich bei Babys, die bereits feste Nahrung bekommen, am Speiseplan der Erwachsenen. Frische und leichte Kost sind stets zu bevorzugen.

 

Mit diesen Tipps kommen Sie und Ihr Baby ganz gewiss gut über die heißen Tage im Sommer. Genießen Sie die Zeit und erleben Sie gemeinsam einen unvergesslichen, ersten Sommer!

 

Disclaimer
familien-gesundheit.de stellt ausschließlich Beiträge für Informationszwecke bereit. Die Hinweise und Informationen sind nicht zur Selbstbehandlung geeignet. Sie ersetzen kein persönliches Gespräch, keine professionelle Beratung, keine individuelle Untersuchung oder fachkundige Behandlung durch ausgebildete und anerkannte, im Gesundheitswesen tätigte Experten wie z. B. Ärzte, Apotheker, Hebammen oder Physiotherapeuten.