Ausflugstipp: Volksfest Send in Münster

Münsters Jahrmarkt mit langer Tradition

Wer eine Kirmes im Münsterland erleben möchte, kommt am Send in Münster nicht vorbei. Es ist das Kirmes-Event in der Region und längst kein Ausflugstipp, der nur hinter vorgehaltener Hand weitergegeben wird. Verpassen kann man den Send nicht, denn es gibt gleich drei Termine im Jahr:

  • Ende Oktober den Herbstsend
  • Im Frühjahr kurz vor Ostern den Frühlingssend
  • Ende Juni den Sommersend

Dann tummeln sich auf dem Münsteraner Schlossplatz Tausende Besucher und genießen den Rummel vor Barocker Kulisse. Am Ende zählen die Organisatoren jedes Jahr über eine Million Gäste.

© Florian Adler (schlendrian) (Eigenes Werk) [GFDL/CC-BY-SA-3.0/CC-BY-SA 2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

Dreimal im Jahr findet in Münster der Send statt. Die traumhafte Kulisse vor dem Münsteraner Schloss lockt die Besucher und lässt bei Rummelfans die Herzen höher schlagen.

 

Sie alle möchten die Attraktionen der rund 210 Schaustellerbetriebe nutzen, die hier ihre Buden, Stände und Fahrgeschäfte aufgebaut haben. Mit zum Erfolg des Sends trägt nicht nur die romantische Kulisse vor dem Schloss bei. Auch die gute Anbindung an die Innenstadt wird von den Volksfest-Besuchern geschätzt und angenommen. Mit dem Fahrrad, dem Fortbewegungsmittel in Münster schlechthin, ist man über die Grüne Promenade in wenigen Minuten auf dem Send und kann einen Besuch nutzen, um einen stressigen Tag – egal ob im Büro, im Geschäft oder an der Universität – ausklingen zu lassen.

Der Send sprüht nur so vor Volksfest-Atmosphäre. Neben den Fahrattraktionen wie Autoscooter, Achterbahnen und Geisterbahnen wartet an jeder Ecke lecker Gebratenes und Süßes. An der einen Stelle duftet es nach Pilzpfanne, Langosch und Handbrot und direkt daneben steigt einem der Duft von Zuckerwatte, Popcorn und gebrannten Mandeln in die Nase.

 

Ohne kirchlichen Segen geht im Münsterland auch ein Volksfest nicht

Der Name Send leitet sich von Synode ab. Seit dem 9. Jahrhundert findet diese Versammlung der Geistlichen und führenden Vertreter des Bistums Münster zweimal pro Jahr statt. Historiker nehmen an, dass ab dem 11. Jahrhundert sich an die Synode ein Markt anschloss. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Send jedoch im Jahr 1525. Er fand zunächst am Domplatz statt, denn so konnte er die Vorteile der Domfreiheit genießen.

Dabei handelte es sich nicht um einen gewöhnlichen Wochenmarkt. Für die Zeit des Sendmarktes wurden die sonst üblichen Verkaufsbeschränkungen und Privilegien der einheimischen Kaufleute und Handwerker ad acta gelegt. Die Leute strömten aus nah und fern herbei, was für gute Geschäfte sorgte. Da es nicht immer friedlich zuging, galt während des Sends ein besonderer Marktfriede. Bis 1578 wurde jedes Blutvergießen mit dem Tod geahndet. Seit 1578 tagt ein Gericht. Das Sendschwert hängt in dieser Zeit als deutlich sichtbares Zeichen am Münsterschen Rathaus aus.

 

Der Send schafft den Spagat zwischen Nostalgie und Moderne problemlos

Seit 2012 hat sich der Send am Schlossplatz etabliert. Zuvor musste im Laufe der Zeit mehrfach der Festplatz gewechselt werden. An einer Tradition wird jedoch festgehalten: Am Freitagabend findet immer ein großes Feuerwerk statt. Die Raketen steigen über der malerischen Altstadt auf. Das Spektakel lässt nicht nur Kinderaugen leuchten. Doch nicht nur alte Traditionen werden in Münster bewahrt. Man etabliert auch Neuerungen. So ist am Donnerstag Familientag auf dem Send. Sparfüchse lassen sich die 30 Prozent Ermäßigung auf die Fahrgeschäfte nicht entgehen. Und auch die Imbissbuden und Händler ziehen mit und geben 25 Rabatt auf Speisen, Getränke und Waren.

Wer übrigens auf der Suche nach einer neuen Ausrüstung für die heimische Küche ist, wird auf dem Münsteraner Volksfest fündig, denn es gibt den traditionellen Topfmarkt. Hier werden jedoch nicht nur Töpfe, sondern auch jede Menge anderes Zubehör sowie Handwerk aus dem Umland angeboten.