Ausflugstipp: Volksfest Rudolstädter Vogelschießen

Größtes Volksfest Thüringens erwartet seine Gäste mit viel Herzlichkeit

Neben dem Festival „Tanz & Folk Fest“ (TFF) gibt es in Rudolstadt noch einen wichtigen Termin im Veranstaltungskalender der Stadt, den kaum ein Einwohner verpassen will. Das Rudolstädter Vogelschießen eröffnet im Spätsommer den Reigen der Volksfeste in Deutschland und findet sich mittlerweile im Reiseführer als Ausflugstipp. Der Termin für das Volksfest ist seit vielen Jahrzehnten fest etabliert: Es ist immer die letzte volle Augustwoche.

© NoRud (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Das Rudolstädter Vogelschießen ist eine Traditionsveranstaltung mit lang zurückreichenden Wurzeln. Selbst Goethe und Schiller ließen sich das Volksfest nicht entgehen, dessen Kern ein Schützenwettbewerb mit der Armbrust auf einen Holzadler ist. Bis heute ist der große Schützenumzug und die Ermittlung des Schützenkönigs der Höhepunkt des Rudolstädter Vogelschießens.

 

Der Rummel kann in der thüringischen Kleinstadt Rudolstadt auf eine lange Tradition zurückblicken. Bereits 1722 wurde der Schießwettbewerb erstmalig ausgetragen. Gaukler und Musikanten unterhielten damals das Publikum. Im Laufe der Jahre kamen auch noch Schausteller hinzu. Beim Vogelschießen handelt es sich ursprünglich um einen Schützenwettbewerb. Mit einer Armbrust musste ein hölzerner Vogel – meist in Form eines Adlers – auf einer hohen Stange getroffen werden. Die Wettbewerbsdisziplin heißt daher umgangssprachlich gerne auch „Adlerschießen“. Zunächst fand das Volksfest in Rudolstadt auf dem Oberanger statt. Doch seit 1953 ist es auf die benachbarte Bleichwiese umgezogen. Wie eh und je bildet der traditionelle Festumzug und das Armbrustschießen auf den Holzvogel am letzten Sonntag den Höhepunkt des Rudolstädter Vogelschießens.

 

Rudolstädter Vogelschießen lockt Jung & Alt aus Nah & Fern

Heute gilt das Rudolstädter Vogelschießen als größtes Volksfest Thüringens und ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. So kommen in die Stadt, über der das majestätische Residenzschloss „Heidecksburg“ thront, nicht nur Rummelfans aus ganz Thüringen, sondern auch aus den angrenzenden Bundesländern. Schließlich ist die Autobahnanbindung von Rudolstadt über die A9 bzw. A4 optimal. Neben den typischen Thüringer Spezialitäten wie Thüringer Rostbratwurst, Mutzbraten oder Rostbrätel vom Grill gibt es natürlich auch viele große und aufregende Fahrgeschäfte. Hier macht es die Mischung: Sowohl moderne als auch nostalgische Attraktionen buhlen um die Gunst der Besucher. Da das Rudolstädter Vogelschießen einen exzellenten Ruf hat, müssen sich mittlerweile die Schausteller um einen der begehrten Standplätze bewerben. Und das tun selbst die namhaftesten Schaustellerfamilien in Deutschland gerne.

 

Übrigens … Drei kuriose Fakten rund um das Rudolstädter Vogelschießen

Das Volksfest hatte weltberühmte Fans. Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe ließen sich die Veranstaltung nicht entgehen.

Das Rudolstädter Vogelschießen erschloss sich außerdem ein bundesweites Publikum mitten im Januar 2015. Wie ist das möglich? Im Januar ist doch gar keine Volksfestzeit. Die Antwort ist simpel: Es war Tatort-Kulisse. Für die Folge „Der Irre Iwan“ des Tatorts aus Weimar wurde 2014 auch auf dem Festplatz während des Rudolstädter Vogelschießens gedreht. Die Erstausstrahlung des Tatorts erfolgte knapp fünf Monate später.

Als wohl einziges Volksfest Deutschlands sorgte das Rudolstädter Vogelschießen dafür, dass vor Ort ein Theater entstand. So ordnete Fürst Friedrich Karl von Schwarzburg-Rudolstadt 1792 an, dass während des Volksfestes direkt neben dem Festplatz auf dem Oberanger ein Komödienhaus, sprich Theater, errichtet werden sollte, um den herbeiströmenden Bürgern auch Bildung und Kultur zu vermitteln. Das Rudolstädter Vogelschießen ist damit kein ganz normales Volksfest, sondern ein Volksfest mit Bildungsauftrag.