Ausflugstipp: Volksfest Rosenheimer Herbstfest

Ein typisch bayerisches Traditionsvolksfest wird in Rosenheim gefeiert

Auch das Rosenheimer Herbstfest wird von den Einheimischen wie das Münchner Oktoberfest „Wiesn“ genannt. Man will sich damit jedoch kein Stück vom Ruhm des größten Volksfestes in Deutschland abschneiden. Die Erklärung ist ganz simpel: Das Herbstfest findet auf der Rosenheimer Loretowiese statt. Der Spitzname Wiesn hat also durchaus seine Berechtigung.

Das Rosenheimer Herbstfest beginnt immer am letzten Samstag im August und endet nach 16 Tagen. Trotz der räumlichen und zeitlichen Nähe zum größten Volksfest der Welt in München will sich eine Million Menschen das Spektakel nicht entgehen lassen und strömt ins Alpenvorland, wo sich Mangfall und Inn vereinen.

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Wurf- und Schießbuden zählen seit eh und je zu den beliebtesten Jahrmarkt-Attraktionen. Für Groß und Klein ist es immer wieder ein Riesenspaß, mit Dartpfeilen bunte Luftballons zum Platzen zu bringen. Wer genügend Zielwasser getrunken hat, kann einen Preis vom Rosenheimer Herbstfest mit nach Hause nehmen.

 

Wie sich aus einer Landwirtschaftausstellung mehr entwickeln konnte

Ähnlich wie beim Straubinger Gäubodenvolksfest entwickelte sich das Herbstfest in Rosenheim aus einer Landwirtschaftsausstellung auf der Loretowiese. Bereits seit dem Mittelalter ist dieser Platz die große Festwiese. Hier fanden nicht nur Jahrmärkte statt, sondern auch andere Volksbelustigungen, ja sogar Hinrichtungen. Bis heute beweist die Loretowiese Multifunktionalität: Sie ist mal Festplatz, mal Parkplatz aber auch mal Messegelände.

Zunächst fand die besagte Landwirtschaftsausstellung nur aller fünf Jahre statt. 1861 wurde die Veranstaltung um weitere Attraktionen erweitert. Es gab zur gleichen Zeit ein Schützenfest sowie einen Gesangswettbewerb. Damit entwickelte sich die Landwirtschaftsausstellung zu einem Volksfest im engeren Sinne. In den darauffolgenden Jahren wuchs das Fest, denn Rosenheim wollte sich als „Bierstadt“ verkaufen und das ist bis heute so geblieben. Noch immer fließt das Bier auf dem Rosenheimer Herbstfest in Strömen.

 

Die Rosenheimer pflegen ihre Volksfesttraditionen

Zur Eröffnung des Herbstfestes gibt es einen großen Trachtenumzug. Er führt vom Bahnhof über die Innenstadt bis zur Loretowiese. Dort angekommen halten die Stadtobersten ein paar kurze Ansprachen. Daraufhin erklingen drei Böllerschüsse und das Volksfest ist offiziell eröffnet. Dennoch lässt es sich der Oberbürgermeister der Stadt nicht nehmen, das erste Bierfass anzuzapfen.

Ein Höhepunkt des Rosenheimer Herbstfestes ist das Festzeltboxen. Hier fliegen die Fäuste. Für die antretenden Boxer bietet sich am ersten Sonntagvormittag in der Ochsenbraterei eine einmalige Kulisse, um ihr Können zu zeigen und sich im Boxkampf mit dem Gegner zu messen. Im Rahmen des Herbstfestes gibt es weitere sportliche Wettkämpfe neben dem Boxen. Beispielsweise wird ein Tennisturnier ausgetragen.

Am mittleren Sonntag findet der Erntedankumzug statt. Er zieht von der Innenstadt bis zum Mangfallpark. Dort wird der Erntedank-Gottesdienst gefeiert. Nachdem dieser beendet ist, ziehen die Mitwirkenden auf die Loretowiese weiter und genießen einen zünftigen Frühschoppen.

In der zweiten Volksfestwoche gibt es immer am Donnerstag um 21:00 Uhr das große Brillantfeuerwerk mit Musik.

Das Rosenheimer Volksfest endet am letzten Sonntag mit dem Zapfenstreich. Um Punkt 23:00 Uhr ergreifen die Verantwortlichen der Stadt das Wort und bedanken sich bei den Schaustellern, beim Sicherheitspersonal sowie allen Helfern für die schönen Tage. Die Wirte verlassen das Zelt und die Musik verstummt. Meist noch in der Nacht beginnt der Abbau, denn die Schausteller müssen zügig zum nächsten Volksfest weiter.

 

Bewusster Gegenpol zur Münchner Wiesengaudi

Die Organisatoren des Rosenheimer Herbstfestes haben an ihr Volksfest den Anspruch, besonderen Wert auf die Pflege der bayerischen Traditionen zu legen. Bei der Bevölkerung erfreut sich das typische Jahrmarkttreiben großer Beliebtheit. Obwohl es von Rosenheim bis München nicht weit ist, entscheiden sich viele bewusst für die Loretowiese und nicht die Theresienwiese. Der dortige Massentourismus schreckt so manchen Wiesn-Gänger ab.

Das Rosenheimer Herbstfest gilt als sehr familienfreundlich. Die Preise sind im Vergleich zu München moderat. Dennoch ist jeweils mittwochs Familientag. Bis 18:00 Uhr bieten Schausteller und Gastronomen dann Ermäßigungen auf den regulären Preis.