Ausflugstipp: Volksfest Oldenburger Kramermarkt

Klassische Jahrmarktatmosphäre & moderne Kirmes

Oldenburg befindet sich für zehn Tage im Jahr im Ausnahmezustand. Dieser ist sehr genau vorhersagbar, denn von Ende September bis Anfang Oktober ist Kramermarkt. Dann bricht in der niedersächsischen Residenzstadt die fünfte Jahreszeit an. Die Oldenburger feiern gemeinsam mit ihren Gästen auf dem Platz vor der Weser-Ems-Halle. Rund 1,5 Millionen Besucher wollen sich das Kirmes-Spektakel nicht entgehen lassen. Damit gehört der Oldenburger Kramermarkt zu den größten Volksfesten im Nordwesten.

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Zu jedem Jahrmarkt und zu jeder Kirmes gehören sie dazu: Die Schausteller mit ihren Attraktionen – Ob schnell wie Achterbahn oder Top-Spinner, ob gemächlich wie Kinderkarussell oder Riesenrad, ob Grusel in der Geisterbahn oder Spaß im verrückten Alpenhotel, ob Spannung beim Losen oder Wettstreit beim Werfen und Schießen, … Sie begeistern jung und alt und sorgen für Kurzweil und Zerstreuung. Das ist in Oldenburg nicht anders als im Rest der Republik.

 

Oldenburg pflegt eine über 400-jährige Tradition

Im Jahre 1608 gab Graf Anton Günther von Oldenburg eine Verordnung heraus. Er erlaubte auf dem Rathausplatz, dass zum Abschluss der Erntezeit die überschüssigen Erträge fünf Tage lang gehandelt werden durften. Damit gilt der Graf bis heute als Begründer des Kramermarktes. Prägten in den Anfangstagen vor allem Bauern, Krämer und reisende Händler den Charakter des Marktes, so kamen bald Gaukler und anderes fahrendes Volk hinzu, denn der Markt zog Menschen aus nah und fern an. In Oldenburg gab es schließlich die Möglichkeit, auch begehrte Waren aus fernen Ländern zu erwerben – beispielsweise Gewürze aus Indien, Porzellan aus China oder Stoffe aus England.

Im 19. Jahrhundert wandelte sich der Kramermarkt vom Warenmarkt in Richtung Jahrmarkt. Es kamen Schausteller und erste Fahrgeschäfte hinzu. 1877 sah sich die Stadtverwaltung gezwungen, den Markt aufzuteilen. Die Anzahl an Buden, Karussells und Ständen konnte der Rathausmarkt nicht mehr fassen. Es wurde festgelegt, dass die Händler mit ihren Waren auf dem Marktplatz vor dem Rathaus bleiben konnten. Die Fahrschäfte mussten auf den Pferdemarkt umziehen und dort aufbauen.

Doch 1962 kam es erneut zu Platzproblemen. Daraufhin wurde der Kramermarkt auf das Freigelände vor der Weser-Ems-Halle verlegt. Nun waren Händler und Schausteller samt Fahrgeschäften wieder vereint.

 

Kramermarkt steht als Synonym für buntes Jahrmarkttreiben par excellence

Der Termin für den Kramermarkt in Oldenburg ist variabel. Er startet immer am Freitag zwischen dem 26. September und dem 2. Oktober. Nach zehn Tagen ist der Jahrmarkt vorbei. In dieser Zeit jagt ein Highlight das nächste. Am ersten Kramermarkt-Samstag findet traditionell der Festumzug statt. Er wird von Graf Anton Günther angeführt, der auf seinem legendären Pferd Kranich vorneweg reitet. Der Umzug führt durch die Oldenburger Innenstadt bis zum Festgelände vor der Weser-Ems-Halle.

Insgesamt gibt es drei große Feuerwerke. Das erste wird am Freitag als Eröffnungsfeuerwerk gezündet. Am zweiten Freitag gibt es zum Abschluss des Laternenumzuges für Kinder ein kleineres Feuerwerk. Das Abschlussfeuerwerk am letzten Sonntag ist der krönende Höhepunkt des Oldenburger Kramermarktes.

Der Festbetrieb beginnt jeden Tag am frühen Nachmittag und dauert bis Mitternacht. Bei zahlreichen Fahrgeschäften können die Besucher Mut und Schwindelfreiheit testen. Stände mit Zuckerwatte, gebrannten Mandeln oder Popcorn führen Naschkatzen in Versuchung.

 

Weil es immer schon so gewesen ist: Jung & Alt treffen sich auf dem Kramermarkt

Ein Stück Nostalgie und damit althergebrachtes Jahrmarkt-Feeling wird durch die Jahrmarktsorgel erhalten. Sie erklingt am Haupteingang und lässt nicht nur Kinderaugen erstrahlen. Der Oldenburger Kramermarkt begeistert durch seine gelungene Mischung aus alt und neu. Da ist für jeden etwas dabei! Familienfreundlichkeit wird hier noch großgeschrieben.