Ausflugstipp: Volksfest Michaelis Kirchweih in Fürth

„Wirtshauskärwa“ mit typisch fränkischer Seele

Im fränkischen Fürth zählt die Michaelis Kirchweih zu den großen Jahreseckpunkten im kulturellen Leben der Stadt, die sich als Wappen das Glückskleeblatt auserkoren hat. Die Kirchweih ist eines der drei großen Volksfeste in Franken neben dem Nürnberger Volksfest und der „Berch“, der Bergkirchweih in Erlangen. Rund 1,5 Millionen Besucher wollen sich Jahr für Jahr das besondere Flair der Michaelis Kirchweih nicht entgehen lassen. Das Volksfest gilt als Bayerns größte Straßenkirchweih und schmückt sich mit dem Beinamen „Königin der fränkischen Kirchweihen“.

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Die ganz großen, spektakulären Fahrgeschäfte sind auf der Michaelis Kirchweih in Fürth nicht anzutreffen. Die Enge der Stadt lässt einen Aufbau nicht zu. Doch gerade dieser vermeintliche Actionmangel kommt dem Flair des Volksfestes zu Gute, weil die Besucher so die wahre Seele von Rummel und Jahrmarkt wieder schätzen lernen und sich auf die nostalgischen Fahrgeschäfte wie Riesenrad oder Kettenkarussell konzentrieren können.

 

Die Färdder Kärwa ist Kirchweihe und Erntedankfest in einem

Traditionell findet die Michaelis Kirchweih in der Fürther-Innenstadt statt. An 12 Tagen rund um den Namenstag des Erzengels Michael steht Fürth, bzw. fränkisch „Färdd“, dann Kopf. In der Regel beginnen die Festivitäten am 29. September oder am darauffolgenden Samstag. Am zweiten Sonntag zieht der große Erntedankfestzug durch die Stadt. Hier laufen über 3.000 Bürger und Bürgerinnen, Vereinsmitglieder, Trachtengruppen und Schützen mit. Über 100.000 Zuschauer säumen die Straßen und schauen sich das bunte Treiben sowie die prächtig geschmückten Festwagen an.

Die „Färdder Kärwa“ hat eine weit in die Geschichte zurückreichende Tradition, obwohl bislang keine urkundlichen Belege aus der Anfangszeit gefunden wurden. Fest steht jedoch, dass die Michaelskirche um das Jahr 1100 errichtet wurde. Historiker nehmen daher an, dass die Michaelis Kirchweih als Fest damals erstmalig stattfand und somit auf eine über 900-jährige Tradition zurückblicken kann.

 

Buntes Markt- und Rummeltreiben in der gesamten Fürther Innenstadt

Lange Zeit fand die Michaelis Kirchweih in Fürth auf dem Kirchplatz statt. Doch mittlerweile verteilt sich der bunte Rummel auch auf die Gustavstraße, die Fürther Freiheit, die Bundesstraße 8 sowie auf weitere Bereiche der Innenstadt. Mittlerweile muss man wirklich gut zu Fuß sein, um die für das Volksfest reservierten 42.000 Quadratmeter abzulaufen und alle Attraktionen zu sehen. Schankbuden, Imbissstände und Fahrgeschäfte sind über das Zentrum verstreut.

Daneben können die Besucher aber auch zwischen Händlern und Marktschreiern auf Schnäppchenjagd gehen. Würden all die Stände und Buden in einer Reihe aufgestellt, so hätte diese Einkaufsmeile eine Länge von rund 3,5 Kilometern. Es gibt beinahe nichts, was es auf der Färdder Kärwa nicht zu kaufen gibt. Das Angebot reicht von Blumenzwiebeln über Autopolitur bis hin zu Pfannen, Bürsten und Körben. Zusätzlich sind während der Michaelis-Kirchweih auch die Geschäfte der Fürther Innenstadt sonntags geöffnet.

 

Wirtshauskärwa mit fränkischer Seele

Genau die besondere Mischung aus Nostalgie und Hightech macht die Fürther Michaelis Kirchweih zu einem einmaligen Erlebnis für Groß und Klein. Im Gegensatz zu anderen Volksfesten gibt es in Fürth jedoch keine großen Festzelte. Ausgeschenkt wird natürlich trotzdem in den Gasthäusern und Biergärten. Das Fest gilt als die „Wirtshauskärwa“ schlechthin. In den Kneipen und Pubs der Stadt trifft man sich und zelebriert die „fränkische Gemütlichkeit“. Da darf natürlich ein „Schäufele“, also ein krosser Schweinsbraten, neben einem süffigen fränkischen Bier sowie eine Runde „Karteln“ nicht fehlen. Ob am Ende Schafskopf oder Skat gespielt wird, gerät zur Nebensache. Einzig das Miteinander und die Geselligkeit zählen im Hier und Jetzt.