Ausflugstipp: Volksfest Hamburger Hafengeburtstag

Großsegler, Schlepperballett und Hafenrundfahrten – Das volle Programm in Hamburgs HafenCity

Der Hamburger Hafengeburtstag gilt als größtes Hafenfest der Welt. Der Hafengeburtstag feiert den Gründungs- bzw. Eröffnungstag des Hamburger Hafens, der heute ein wichtiger Arbeitgeber und Wirtschaftsmotor bis weit über die Grenzen der Elbmetropole hinaus ist. Das maritime Volksfest findet um den 7. Mai statt. Der sogenannte „Überseetag“ begründet die Hafengeschichte.

© PeterKraayvanger / pixabay.com

Ein Bild, das sich nur zum Hamburger Hafengeburtstag bietet: Das Segelschulschiff der deutschen Marine, die Gorch Fock, ankert vor den Landungsbrücken. Im Hintergrund ist der Hamburger Michel zu sehen.

 

Barbarossa öffnete den Hamburgern mit einem Freibrief das Tor zur Welt

Die Wurzeln des Volksfestes lassen sich ziemlich gut zurückverfolgen. Am 7. Mai 1189 stellte Kaiser Friedrich Barbarossa den Hamburger Kaufleuten einen Freibrief aus. Er gewährte damit allen Schiffen auf der Elbe, die von Hamburg bis an die Nordsee fuhren, Zollfreiheit. In den darauffolgenden Jahren und Jahrhunderte sicherte dieses Privileg den Aufstieg des Hamburger Hafens. Seine Bedeutung wuchs und damit der Einfluss der Hanseaten. Hamburg wurde das Tor zur Welt und unterhielt Handelsbeziehungen in alle Erdteile.

Der Freibrief blieb im Original nicht erhalten. Jedoch existiert bis heute eine Abschrift, die 1265 angefertigt wurde. Auch wenn diese Abschrift handwerkliche Fehler besitzt, die Experten vermuten lassen, dass es sich um eine Fälschung handelt, nehmen die Hamburger seit 1977 diese Urkunde zum Anlass, den Hamburger Hafengeburtstag zu feiern. Mitten in Hamburgs bester Lage – von der Speicherstadt bis zum Museumshafen Oevelgönne – gibt es „Hafen Rock“ vom Allerfeinsten. Auf zahlreichen Bühnen spielen bekannte Musiker und Bands und rocken die Massen. Auch in unzähligen Bars und Kneipen wird die Nacht zum Tag gemacht. Unterhaltung gibt es sowohl an Land als auch auf dem Wasser. So können die Besucher beispielsweise ganz besondere Hafenrundfahrten und damit Stadtrundfahrten erleben. Weit über eine Million Besucher lassen sich dieses Wochenende in Hamburg nicht entgehen.

 

 „Schiffe-Gucken“ par excellence in der HafenCity

Traditionell eröffnet ein internationaler, ökumenischer Gottesdienst in der Hauptkirche St. Michaelis den Hamburger Hafengeburtstag am Freitagnachmittag. Im Anschluss strömen die Menschen vom „Michel“ in Richtung Elbe zur großen Einlaufparade am frühen Abend. Wenn auf dem Museumsschiff Rickmer Rickmers die Glocke ertönt, so ist dies das offizielle Startsignal für die große Einlaufparade. Die größten Segelschiffe der Welt laufen dann unter der Nationalhymne ihres Heimathafens ein und machen an den Kaimauern fest. Während der Festzeit gibt es die OpenShip, d. h. die alten Briggs, Barken und Gaffelschoner können besichtigt werden. Die Auslaufparade am Sonntag beendet das Volksfest. Zu den weiteren Höhepunkten zählt das Drachenbootrennen, das Schlepperballett vor den Landungsbrücken sowie das große Feuerwerk am Samstagabend.

Auch große Kreuzfahrtschiffe lassen sich das maritime Spektakel nicht entgehen und bieten ihren Passagieren den Blick auf die grandiose Hamburger Skyline während des Hafengeburtstags. Ein gern gesehener Gast beim Volksfest bringt auch immer einen Hauch von royalem Glanz und Glamour mit: Die berühmte Queen Mary 2, eines der größten und luxuriösesten Schiffe auf den Weltmeeren, hat bereits mehrfach während des Hafengeburtstags in Hamburg geankert. Kann ein neues, großes Schiff – egal ob Passagierschiff oder Containerschiff – in Dienst gestellt werden, nutzen die Reedereien die mediale Aufmerksamkeit auch gern für Schiffstaufen wie beispielsweise 2016 bei der Taufe der AIDAprima. Sie erfolgte mit viel Prominenz und ganz großem Protokoll. Tausende Luftballons stiegen in den Hamburger Himmel nachdem die Champagnerflasche am Rumpf zerschellt war.

 

Weltoffenheit und kulturelle Vielfalt

Die internationale Verbundenheit Hamburgs zeigt sich auch beim Hamburger Hafengeburtstag. Jedes Jahr gibt es einen Länderpartner, der sich vorstellt. Dies muss nicht klassischerweise ein Staat sein. Es kann sich auch um eine Region oder eine Stadt handeln. So waren beispielsweise schon Nantes (Frankreich) und Norwegen Länderpartner. Neben Musik und Folklore dürfen die Besucher natürlich auch die kulinarischen Köstlichkeiten der Partnerregion verkosten.