Ausflugstipp: Volksfest Dürkheimer Wurstmarkt

Geselligkeit hat einen Namen: Dürkheimer Wurstmarkt

Reisende, die entlang der Deutschen Weinstraße im September Urlaub machen, dürfen am zweiten und dritten Septemberwochenende auf keinen Fall nach Bad Dürkheim reisen, wenn sie Ruhe und Erholung suchen. Denn damit wird es nichts. Die Stadt lädt an diesen Wochenenden im September zum Dürkheimer Wurstmarkt.

© Zonk43 (Own work) [CC0], via Wikimedia Commons

Der Name „Dürkheimer Wurstmarkt“ kann Fremde schon etwas in die Irre führen. Hier geht es nicht um die Wurst, wie man aufgrund des Namens vielleicht schließen könnte, sondern es dreht sich alles um den Wein. Schließlich befindet man sich an der Deutschen Weinstraße. Das Volksfest in Bad Dürkheim (Reinland-Pfalz) gilt als größtes Weinfest der Welt.

 

Wer jetzt aufgrund des Namens meint, dass ausschließlich die hiesigen Metzgereien ihre Produkte zur Verkostung anbieten, der befindet sich etwas auf dem Holzweg. Beim Dürkheimer Wurstmarkt handelt es sich zu allererst um das größte Weinfest der Welt, dass mittlerweile nicht nur Einheimische, sondern auch Scharen von Touristen anzieht. Jedes Jahr wollen sich rund 600.000 Besucher das weinselige Fest nicht entgehen lassen. Das Volksfest Dürkheimer Wurstmarkt kann in den Reiseführern entlang der Deutschen Weinstraße längst nicht mehr als Ausflugstipp unter der Rubrik „Geheimtipp“ geführt werden.

 

Der Dürkheimer Wurstmarkt zieht Weinliebhaber wie ein Magnet an

Auf dem Volksfest zahlreiche, kleine Weinzelte. Hier kann man von Riesling über Silvaner bis hin zum Grauburgunder so manches liebliche Tröpfchen verkosten. Dabei spielt die Farbe keine Rolle – egal ob Rotwein, Weißwein oder Rosé: Weinkenner finden garantiert neue Inspirationen für den heimischen Weinkeller. Die urigen Weinzelte, vor allem die sogenannten Schubkarchstände, sind das Herzstück des Weinfestes. Doch auch außerhalb der Weinzelte wird überall Wein und Sekt ausgeschenkt. Es besteht also keine Gefahr, auf dem Trockenen sitzen bleiben zu müssen, wenn das Glas zur Neige gehen sollte.

Auf dem Dürkheimer Wurstmarkt muss jedoch niemand verhungern, denn schließlich braucht es für die Weinverkostung eine ordentliche Grundlage im Magen. Damit der Dürkheimer Wurstmarkt am Ende seinem Namen doch alle Ehre macht, kann man auf dem Volksfest an vielen Ständen und Buden tatsächlich auch Wurst verkosten. Neben all den kulinarischen Genüssen warten außerdem viele Fahrgeschäfte sowie ein beeindruckendes Feuerwerk auf die Besucher.

 

Schubkarchstände machen das Flair des Wurstmarktes aus

Der Name Schubkarchstände geht auf längst vergangene Zeiten zurück. Früher besaßen die Winzer keine motorbetriebenen Fahrzeuge. Die Weinfässer wurden mit Schubkarren zum Festplatz transportiert. Der Holzkarren hatte eine weitere Funktion: Einfach umgedreht ließen sich darauf die Fässer für den Ausschank lagern. Direkt vom Schubkarren wurde also der Wein ausgeschenkt. Die Schubkarchstände laden zum netten Beisammensitzen mit Freunden ein. Schmale Holzbänke und enge Tische sorgen dafür, dass man sich schnell näherkommt und selbst Fremde zu Freunden auf Zeit werden. Traditionell wird an den Schubkarchständen der halbe Liter in Schoppengläser bzw. in Dubbegläser ausgeschenkt. Es ist durchaus üblich, dass die Gläser am Tisch in der Runde zum Probieren kreisen.

 

Das Volksfest blickt auf eine lange Geschichte zurück

Bereits im Jahr 1417 gab es den ersten Dürkheimer Wurstmarkt. Damals hieß er allerdings noch Michaelismarkt. Er wurde im Rahmen der Wallfahrten zur Kapelle auf dem Michelsberg abgehalten. Diese fanden immer am 29. September statt, dem Namenstag des heiligen Michaels. Irgendwann jedoch kam der Platz am Michelsberg an seine Grenzen für die herbeiströmenden Menschenmassen. Außerdem passte der bunte Trubel den Kirchenobersten an diesem altehrwürdigen Ort nicht so recht. Kurzerhand wurde Mitte des 15. Jahrhunderts der Michaelismarkt auf die Brühlwiesen am Fuße des Berges verlegt. Aus dem Jahrmarkt anlässlich der Wallfahrt wurde ein Kirchweihfest. Heute würde man den Charakter der damaligen Kirchweihe als „Verbrauchermesse“ beschreiben. Lieferanten und Kunden aus Südwestdeutschland kamen zusammen und machten gute Geschäfte. Im Laufe der Zeit jedoch entwickelte sich die Handelsmesse zum Volksfest. Im 19. Jahrhundert erfolgte die namentliche Anpassung. Aus dem Michaelismarkt mit kirchlichem Hintergrund wurde der weltliche Dürkheimer Wurstmarkt. Historiker sehen durchaus einen Zusammenhang zwischen der Namenswahl und den damals überdurchschnittlich häufig verspeisten Würsten. 1910 gab es eine weitere Anpassung. Der Termin wurde vorverlegt. Jedoch erst seit dem Jahr 1985 feiert Bad Dürkheim mit seinen Gästen insgesamt neun Tage lang eines der schönsten Volksfeste Deutschlands.