Ausflugstipp: Volksfest Cranger Kirmes

Crange vor Liebe: Kirmes verzückt Rummelfans

Der Herner Stadtteil Crange gibt der Cranger Kirmes ihren Namen. Sie ist der Shooting-Star unter den Volksfesten, denn sie verzeichnet seit Jahren den größten Zuwachs bei den Besucherzahlen. Mittlerweile besuchen fast vier Millionen Menschen die Cranger Kirmes. Sie spielt damit in einer Liga mit dem Bremer Freimarkt, dem Dom in Hamburg oder dem Cannstatter Wasen. Die Cranger Kirmes wird als die schönste Kirmes im Ruhrgebiet beschrieben und schlägt sogar noch die Rheinkirmes in der Landeshauptstadt Düsseldorf.

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Vor allem in den Abendstunden spielt die Cranger Kirmes ihren größten Trumpf aus. Dann leuchten die großen und kleinen Fahrgeschäfte in bunten Farben und zaubern am Rhein-Herne-Kanal Kirmes-Feeling vom Feinsten.

 

Was Wildpferde mit der Cranger Kirmes zu tun haben

Wie weit die Wurzeln der Cranger Kirmes genau zurückreichen, ist unbekannt. Nachweisbar ist jedoch ein kleiner Pferdemarkt, der sich im 15. Jahrhundert in Crange etablierte. Er wurde immer um den Laurentiustag und damit den 10. August abgehalten. Historiker können belegen, dass zum Pferdemarkt Wildpferde aus dem Emscherbruch zusammengetrieben und die Junghengste und Jungstuten anschließend gehandelt wurden. Die Pferde waren als „Emscher Dickköppe“ begehrt, denn die Tiere zeichneten sich durch Zähigkeit und Ausdauer aus. Im Laufe der Zeit ließen sich auch Gaukler, Tänzer, Taschenspieler, Wahrsager oder Schausteller die Gelegenheit bzw. das Publikum nicht entgehen. Das Geld der Menschen saß lockerer als sonst und die Menge nutzte die Möglichkeiten zur Zerstreuung. Das fahrende Volk wusste auch allerlei Nachrichten und Geschichten zu berichten. So etablierte sich mehr und mehr der Kirmescharakter. Das bunte Rummeltreiben abseits des Pferdehandels wuchs.

Mit dem Aufstieg des Bergbaus im Zuge der Industrialisierung strömten zwar immer mehr Menschen ins Ruhrgebiet, jedoch verlor der Cranger Pferdemarkt an Bedeutung. Der maschinelle Antrieb ersetzte zunehmend die Pferde. Seit einigen Jahren jedoch möchte man an die alten Wurzeln wieder anknüpfen und versucht, die Tradition neu zu beleben. Deswegen gibt es einen Tag vor Eröffnung der Kirmes einen Pferdemarkt, zu dem auch ein reitsportliches Rahmenprogramm gehört.

 

Der Termin für das Kirmesereignis im Ruhrgebiet: Anfang August startet die Cranger Kirmes

Traditionell beginnt die Cranger Kirmes am ersten Donnerstag im August. Dann findet am Abend der sogenannte Bürgerabend auf Crange statt. Von da an hat jeder Kirmesfan 10 Tage Zeit, um alle Fahrgeschäfte auszuprobieren und das Rummelflair zu genießen. Tolle Ausblicke auf den bunten Jahrmarkt bieten sich beispielsweise von den vielen Hochfahrgeschäften.

Offiziell startet die Cranger Kirmes jedoch erst am Freitagabend mit einem großen Feuerwerk. Höhepunkt ist am Samstag der Festumzug von Eickel in Richtung Kirmesplatz am Rhein-Herne-Kanal. Eine Volksweisheit besagt: Wie es beginnt, so soll es auch enden. Das hat sich die Cranger Kirmes als Leitspruch genommen. Am letzten Sonntag endet das Volksfest mit einem großen Knall. Es steigt nochmals ein spektakuläres Höhenfeuerwerk in den Nachthimmel. Ist der Knall der letzten Rakete verklungen, so bleibt Kirmesfreunden nur eine Hoffnung: Nach der Kirmes ist auch immer wieder vor der Kirmes.

 

„Auf nach Crange!“ – Ein Ruf, dem Kirmes-Liebhaber nur zu gern folgen

Wenn heute der Schlachtruf „Auf nach Crange“ ertönt, dann bedeutet das Kirmesspaß in Vollendung. Mehr als 500 Schausteller bauen in dieser Zeit ihre Buden und Fahrgeschäfte auf. Es riecht nach gebrannten Mandeln und Zuckerwatte an allen Ecken. Festzelte und Bierzelte laden zum Verweilen und Feiern ein. Gegen den kleinen Hunger helfen Pommes Schranke, Currywurst oder ein leckeres Fischbrötchen. Den Durst löscht eine Fasslimonade ebenso gut wie ein Hefeweizen oder ein dunkles Bier. Wer auf dem 110.000 Quadratmeter großen Festgelände sein Glück probieren möchte, kauft Lose. Wer seine Zielsicherheit testen will, nutzt die Angebote der Wurf- und Schießbuden. Gruselig geht es in den Geisterbahnen zu. Rasant wird es auf den Achterbahnen und Autoscootern. Das große Gefühl vom Fliegen gibt es im Kettenkarussell und ein Gefühl von Schwerelosigkeit im Free-Fall-Tower.