Ausflugstipp - Pillnitzer Kamelie

Eine alterslose Schönheit begeistert Gartenfans

Das exotische Naturwunder im Schloss Pillnitz ist im Winter eine Touristenattraktion und zieht Pflanzenliebhaber aus nah und fern an, denn Kamelien gelten als Diven unter den Blühpflanzen. Nicht ganz einfach in der Handhabung zeigen sie sich in der kalten Jahreszeit von ihrer allerschönsten Seite. Die wundervollen Blüten sind elegante Farbtupfer und changieren in den Farben weiß bis karminrot.

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Die Kamelienblüte in Schloss Pillnitz ist ein wahrer Augenschmaus. Die über 200 Jahre alte Pflanze trägt von Februar bis April ein karminrotes Kleid aus 40.000 Blüten.

 

Schloss Pillnitz ist ein architektonisches Juwel im malerischen Dresdner Elbtal. Die Schlossanlage ließ August der Starke im chinoisen Stil als romantisches Wasserpalais für seine Mätresse Gräfin Cosel umbauen. Gartenliebhaber bekommen leuchtende Augen, wenn von Schloss Pillnitz die Rede ist, denn die berühmte Pillnitzer Kamelie ist ein gärtnerisches Highlight von Weltrang. Es handelt sich um eine der ältesten, noch lebenden Kamelienpflanzen in ganz Europa.

 

Die Pillnitzer Kamelie ist womöglich eine echte Japanerin

Die Geschichte der Kamelie aus Pillnitz beginnt möglicherweise im Jahr 1767 auf den japanischen Gotō-Inseln im ostchinesischen Meer. Damals soll der Botaniker Carl Peter Thunberg bei seiner Forschungsreise einen Transport von vier Kamelienpflanzen aus Japan in die Royal Botanic Gardens in Kew nahe London organisiert haben. Von dort aus teilten sich die Wege der Kamelien. Während ein Exemplar in London verblieb, fand eine Pflanze ihren Platz im Berggarten Herrenhausen in Hannover. Die zweite Kamelie kam nach Schönbrunn bei Wien. Die vierte Kamelie ging an den Hof in Dresden und wurde schließlich 1801 im Park von Schloss Pillnitz gepflanzt. Dort steht sie bis heute.

Diese Legende rund um den Schüler Linnés ist bis heute nicht zu 100 Prozent bestätigt. Erwiesen ist jedoch, dass die Kamelie in Pillnitz die älteste Kamelie nördlich der Alpen ist. Ihr langes Leben hat die exotische Schönheit den besonderen Fähigkeiten der Pillnitzer Schloss-Gärtner zu verdanken. Sie scheuten und scheuen weder Kosten noch Mühen. Bis heute wird die Pflanze mit besonderer Hingabe gehegt und gepflegt.

 

Besonderer Schutz für die Pillnitzer Kamelie

Von Anfang an erhielt die Kamelie in Pillnitz einen besonderen Winterschutz. Zunächst dienten Bastmatten und Stroh als Abdeckung und schützten vor eisigen Temperaturen. Später wurde das Naturwunder mit Holzhäusern umgeben. Diese konnten sogar beheizt werden, wenn die winterlichen Temperaturen zu stark abzusinken drohten. Anfang des 20. Jahrhunderts wütete jedoch ein Brand, der die Kamelie schwer zeichnete. War dies das Ende? Waren alle Bemühungen für umsonst gewesen?

Doch die Gebete der Gärtner wurden erhört. Das Wunder geschah. Die Pflanze erholte sich und trieb bereits im Frühjahr des gleichen Jahres wieder aus.

Seit 1992 ist Pillnitz um eine weitere Attraktion reicher. Extra für die Kamelie wurde ein fahrbares Schutzhaus aus Glas entwickelt und installiert. Hier können Beschattung, Luftfeuchte und Temperatur optimal reguliert werden. Das fahrbare „Gewächshaus“ wiegt über 50 Tonnen und schützt die Pillnitzer Kamelie von Mitte Oktober bis Mitte Mai vor Temperaturschwankungen und vor allem Nachtfrösten. In den übrigen Monaten des Jahres wird das Haus einfach neben die Pflanze gerollt, sodass die Kamelie in den Genuss der „Sommerfrische“ im Park kommen kann.

 

Spektakuläre Kamelien-Blüte im Februar in Pillnitz

Zur Höchstform läuft die Pillnitzer Kamelie jedes Jahr ab Februar auf. Dann erscheinen an dem über 250 Jahre alten und fast neun Meter hohen Kamelienbaum über 40.000 Blüten in leuchtend karminroter Farbe. Die spektakuläre Kamelien-Blüte dauert bis April.
Die Blüten besitzen zwar keinen Duft, aber das tut dem Besucheransturm keinen Abbruch. Viele Besucher möchten sich diesen Augenschmaus im Schlosspark in der tristen Jahreszeit nicht entgehen lassen. Das Ausflugsziel „Pillnitzer Kamelie“ ist im Spätwinter in Dresden und Umgebung längst kein Geheimtipp mehr.

 

Wussten Sie schon?

Der familien-gesundheit.de-Mitbringsel-Tipp

Die Pillnitzer Gärtner ziehen von ihrer Kamelie Ableger. Während der Blütezeit der Pillnitzer Kamelie werden diese Ableger an Besucher verkauft. Wer den grünen Daumen besitzt, kann sich mit dem Erwerb einer Pflanze ein kleines bisschen Naturwunder auf die heimische Fensterbank holen.

Kamelien-Fans kommen außerdem im Landschloss Pirna-Zuschendorf voll auf ihre Kosten. Es liegt keine 20 Kilometer entfernt von Pillnitz. Dort gibt es von März bis April die große Kamelienblütenschau samt informativer Rahmenausstellung wie z. B. „Kamelien in der europäischen Malerei“. Auf ca. 1700 Quadratmetern Gewächshausfläche können die exotischen Schönheiten bestaunt und so manche Rarität entdeckt werden.