Appetit beim Abnehmen

Wie Sie den Heißhunger überlisten

Wer kennt das nicht: Die letzte Mahlzeit ist noch keine Stunde her und schon meldet sich der Appetit wieder. Normalerweise handelt es sich dann nicht um ein körperliches Bedürfnis, sondern lediglich um ein lustvoll geprägtes Verlangen. Abnehmwillige können jedoch lernen, den reinen Appetit vom Hunger abzugrenzen und so den Appetit beim Abnehmen mit ein paar Tricks zügeln.

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Den Appetit beim Abnehmen auf Süßes und Fettiges bekommen Sie bei Diäten mit ein paar Tricks in den Griff. Sie vermeiden so ganz nebenbei auch die gefährlichen Heißhunger-Attacken.

 

Den Appetit vom Hunger unterscheiden

Wenn Sie abnehmen möchten, sollten Sie sich darauf konzentrieren, Ihren Hunger zu stillen und Ihrem Appetit nur bedingt nachzugeben. Während sich der Appetit meist auf ein bestimmtes Lebensmittel richtet, zeichnet sich der Hunger durch ein physiologisches Verlangen nach Nahrung im Allgemeinen aus. Der Hunger ist ein angeborener Reflex, der uns vor Unter- und Mangelernährung schützt. Er kann unangenehm bis schmerzhaft werden: Der Blutzuckerspiegel sackt ab und der leere Magen zieht sich zusammen. Bei lang anhaltendem Hungergefühl werden vom Gehirn Stresshormone ausgeschüttet, was zu innerer Unruhe führen kann. Der echte Hunger stellt sich im Normalfall frühestens drei bis vier Stunden nach der letzten Mahlzeit ein – sofern diese ausreichend gewesen ist. Der Appetit hingegen entsteht meist unabhängig von der Sättigung und wird häufig durch Sinnesreize ausgelöst – etwa, wenn wir etwas Leckeres sehen oder riechen. Nicht selten führt er dazu, dass wir essen, auch wenn wir längst satt sind. Das ist natürlich bei einer Diät besonders kontraproduktiv. Mit einigen Kniffen lässt sich der Appetit aber im Zaum halten.

 

Beim Abnehmen: Dem Sättigungsgefühl mit Trinken auf die Sprünge helfen

Auch wenn der Appetit häufig losgelöst vom Hunger auftritt, können wir ihn doch besser kontrollieren, wenn wir satt sind. Das Sättigungsgefühl entsteht unter anderem dadurch, dass sich der Magen dehnt – ein Effekt, den Sie auch mit kalorienfreien Getränken erreichen können. Trinken Sie deshalb gleich am Morgen sowie vor jeder Mahlzeit ein großes Glas Wasser. Dem Appetit direkt entgegen wirken Getränke mit Koffein wie Kaffee oder Cola light. Sie heizen zudem dem Stoffwechsel ein und unterstützen so das Abnehmen.

 

Bitterstoffe unterstützen beim Abnehmen

Bereits im Mittelalter spielten Bitterstoffe eine große Rolle in der Behandlung von Verdauungsbeschwerden. Heute gelten Sie als sogenannte Fatburner, die den Stoffwechsel ankurbeln. Außerdem lässt durch den bitteren Geschmack der Appetit schneller nach und insbesondere der Heißhunger auf Süßes wird gebremst. Mehr noch als bitterstoffreiche Lebensmittel wie Chicorée, Kaffee, Artischocken und Löwenzahn eignen sich hierfür Bitterstoff-Konzentrate, zum Beispiel aus Engelwurz, Koriander, Zimt oder Ingwer. Sie sollten am besten vor jeder Mahlzeit und bei Heißhungerattacken eingenommen werden.

 

Chili gegen Appetit auf Fettiges, Süßes und Salziges

Laut einer Studie von Forschern der Purdue University ist auch Chili in der Lage, den Appetit abzuschwächen – vor allem auf fettige, süße und salzige Nahrung. Gleichzeitig würde das Gewürz die Körpertemperatur und den Kalorienverbrauch erhöhen und somit beim Abnehmen helfen. Dies würde sich vor allem bei Menschen bemerkbar machen, die unregelmäßig Chili verzehren.

 

Den Blutzuckerspiegel mit Chrom und Zink in Schach halten

Wenn Sie Heißhungerattacken vermeiden möchten, sollten Sie auf einen ausgeglichenen Glukosehaushalt im Blut achten. Geeignete Lebensmittel hierfür sind beispielsweise Tomaten, da sie viel Chrom enthalten, das den Blutzuckerspiegel stabilisiert und dafür sorgt, dass wir lange satt bleiben und unseren Appetit besser steuern können. Ebenso senkt Zink den Insulinspiegel und fördert somit das Abnehmen. Der Mineralstoff ist vor allem in Käse, Haferflocken, Lamm- und Rindfleisch enthalten.

 

Beim Abnehmen Appetit mit Ballaststoffen kontrollieren

Auch, wer genügend Ballaststoffe zu sich nimmt, ist vor Blutzuckerschwankungen und Heißhungerattacken gefeit. Ballaststoffe wie Inulin quellen im Magen-Darm-Trakt auf und beugen so Insulinschwankungen vor. Bereiten Sie sich und Ihrer Familie deshalb ruhig häufiger Gerichte mit Topinambur, Schwarzwurzel oder Pastinake zu. Auch Linsen und Vollkornprodukte haben einen sehr hohen Ballaststoffgehalt und können somit den Appetit eindämpfen und das Abnehmen beschleunigen.

 

Bewusst genießen bedeutet schneller abnehmen

In der Regel dauert es 20 Minuten, bis sich beim Essen ein Sättigungsgefühl einstellt. Sie sollten sich also die Zeit nehmen und bewusst genießen. Kauen Sie jeden Bissen zehn- bis 20-mal und lassen Sie sich nicht ablenken. Wer rundum zufrieden vom Tisch aufsteht, hat weniger Appetit auf ein Dessert.

 

Pfefferminze nimmt den Appetit aufs Dessert

Auch, wer sich nach dem Essen die Zähne mit einer pfefferminzhaltigen Zahnpasta putzt, entgeht dem Verlangen nach einer süßen Nachspeise, hält so den Appetit im Zaum und macht sich das Abnehmen leichter. Der frische Geschmack signalisiert dem Körper, dass die Zeit der Nahrungsaufnahme jetzt vorbei ist. Geeignet sind natürlich auch Kaugummis oder Tees mit Pfefferminze.

 

Erfolgreich abnehmen mit viel Bewegung und Schlaf

US-amerikanische Forscher fanden heraus, dass zu wenig körperliche Bewegung das Hungergefühl und die Gelüste nach zucker- und fettreichen Lebensmitteln verstärken sowie beim Essen enthemmend wirken kann. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass regelmäßige Bewegung nicht nur gut für die Gesundheit im Allgemeinen ist, sondern auch helfen kann, den Appetit – auch gerade beim Abnehmen – zu bändigen. Konkret würden bereits um die 7.000 Schritte täglich genügen. Ebenso erhöhe Schlafmangel den Appetit, wie zwei weitere Studien aus den USA nahelegen. Wer täglich fünf Stunden oder weniger schläft, nimmt durchschnittlich mehr Kalorien zu sich. Dahinter könnte der Anstieg von appetitanregenden Hormonen stecken.

Mit ein paar einfachen Tricks bekommen Sie den Appetit beim Abnehmen schnell und zuverlässig in den Griff. Probieren Sie es doch einfach aus!