Angebliche Abnehmtricks: Brechen Sie besser mit diesen Diätregeln

Vermeiden Sie bei der Diät lieber bestimmte "Geheimtipps"

Es gibt jede Menge Tipps und Tricks, die einen schnellen und einfachen Gewichtsverlust versprechen: So stehen weit über einhundert verschiedene Diäten zur Auswahl – von der Apfelessig-Diät bis zur Zwieback-Diät. Dazu gibt es diverse Ratschläge fürs angeblich richtige Verhalten, wenn ein Abnehmwille vorhanden ist. Unzählige ambitionierte Sportprogramme versprechen den schnellen Muskelaufbau und dabei den umgehenden Fettabbau. Und natürlich locken auch spezielle Mittelchen aus der Pharmazie. Doch was bringt den besten Erfolg? Und vor allem: Welche vermeintlichen Tipps bewirken das Gegenteil? Die Redaktion von familien-gesundheit.de nimmt die angeblichen Abnehmtricks genau unter die Lupe und räumt mit fehlerhaften Diätregeln auf.

© i yunmai / unsplash.com

Der Gang auf die Waage ist für viele Menschen kein schöner. Schließlich zeigt das Gerät unmissverständlich an, was man insgeheim schon lange ahnte: Das aktuelle Gewicht liegt außerhalb des Idealgewichts. Der Gesundheit zuliebe müssten ein paar Kilos runter. Doch das ist oftmals leichter gesagt, als getan. Welche Abnehmtipps unterstützen tatsächlich? Und gibt es auch hochgehandelte Abnehmtricks, die das Gegenteil bewirken?

 

Verzichten Sie bewusst und nicht radikal

Wer weniger isst, nimmt weniger zu: Das klingt zunächst recht logisch. Doch selbst, wenn sich die ersten Abnehmerfolge schon bald einstellen, werden sie nicht von Dauer sein. Im Gegenteil: Ihr Körper passt seinen Stoffwechsel entsprechend an das aktuell vorhandene Nahrungsangebot an. Diätzeiten sind für ihn lediglich Mangelzeiten. Alles, was er jetzt erhält, wird nur umso effektiver verwertet. Wenn Sie nach der Diät wieder normal essen, nehmen Sie deutlich schneller zu: Nahrung war schließlich in letzter Zeit knapp, daher werden zügig Reserven eingelagert, sollte sich das wiederholen. So beginnt der gefürchtete Jojo-Effekt. Um ihn zu vermeiden, sollten Sie sich also lieber bewusster ernähren, anstatt weniger zu essen oder sogar Mahlzeiten auszulassen.

Andersherum kann es auch kontraproduktiv sein, mehrere kleinere Mahlzeiten über den zu Tag verteilen. Zwar verhindert diese Strategie im besten Fall Heißhungerattacken, doch Sie verlieren rasch den Überblick über die eigentlichen Mengen, die Sie essen. So nehmen Sie letztendlich doch weitaus mehr Kalorien zu sich, als Ihnen lieb ist.

Zusätzlich gilt: Finger weg von Crash-Diäten. Durch diese nehmen Sie zwar ebenfalls schnell ein paar Pfunde ab, jedoch meist nur genauso kurzfristig wie durch das Hungern. Zudem führen Rohkost, Saftfasten oder die Ananas-Diät schnell zu Mangelerscheinungen. Stellen Sie Ihre Ernährung lieber langsam um, doch halten Sie sie ausgewogen: Reduzieren Sie zum Beispiel fettreiche Lebensmittel und greifen Sie auf vitamin- und ballaststoffreiche Kost wie Obst, Gemüse oder Hülsenfrüchte zurück. Das ist nicht nur weitaus gesünder, sondern schmeckt auch deutlich besser.

 

Treiben Sie weder zu viel, noch zu wenig Sport

Eine gesunde Ernährung allein reicht beim Abnehmen nicht aus. Wenn Sie Erfolg mit Ihrer Diät haben möchten, müssen Sie sich regelmäßig bewegen, denn nur so kommt Ihr Stoffwechsel richtig in Gang. Außerdem verlieren Sie, wenn Sie sich sportlich betätigen, das überschüssige Gewicht wirklich nur da, wo Sie es auch loswerden möchten, und nicht bei Ihrer Muskelmasse.

Allerdings sollten Sie einen wichtigen Rat beherzigen: Wie bei so vielen Dingen im Leben funktioniert auch beim Sport der alte Merksatz „Viel hilft viel!“ überhaupt nicht. Gehen Sie also nicht mit der Mentalität ins Fitnessstudio, dass die unerwünschten Extrakilos in vier Wochen weg sein müssen, komme, was wolle. Vor allem einem untrainierten Körper tun Sie mit übermäßiger Belastung keinen Gefallen: Muskelkater oder sogar Verletzungen sind dann die Folge. Außerdem erschöpft eine zu große Anstrengung die Nebennieren, deren Hormone den Stresspegel regulieren.

Der Kalorienverbrauch beim Sport wird oft schnell überschätzt. Natürlich hilft Ihnen eine angemessene körperliche Betätigung beim Abnehmen. Zu viel erwarten sollten Sie hingegen nicht, denn eine halbe Stunde Joggen verbrennt in etwa nur 350 Kilokalorien.

Ein weiterer, oft begangener Fehler ist die Beschränkung aufs Ausdauertraining zum Kalorienverbrennen. Krafttraining jedoch baut Muskelmasse auf und Muskelmasse braucht letztlich Energie. Sie optimieren so Ihren Stoffwechsel. Die größten Erfolge erzielen Sie also mit einer Kombination aus beidem: Also rauf aufs Laufband und dann ran an die Gewichte.

 

Es gibt keine Diät in Pillen- oder Flaschenform

Mittlerweile sind Wunderpillen und -drinks zur schnellen Gewichtsabnahme in aller Munde. Sie überschwemmen geradezu das Internet. Fatburner und Schlankheitsmacher in Pulver- oder Pastillenform erzielen jedoch nie den Effekt, der auf der Schachtel steht. Sie werden zwar Abnehmen, aber nicht an denn Stellen, wo sie es möchten, denn letztlich verursachen die Mittelchen nicht Schwindsucht bei Ihren Fettpölsterchen, sondern das Geld in Ihrem Portemonnaie nimmt ab.

Diätpillen sind meist nicht nur teuer, sondern oft recht ungesund. Auch wenn viele Diätmittelchen in Apotheken vertrieben werden, in der Regel handelt es sich um Nahrungsergänzungsmittel. Sie durchlaufen bei Weitem keinen so strengen Zulassungsprozess wie Arzneimittel. So müssen Diätmittel beispielsweise keinen Wirksamkeitsnachweis erbringen. Im besten Fall können sie Sie bei Ihrer Diät ein wenig unterstützen, eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung ersetzen sie jedoch keinesfalls.

Auch andere, normale Diätprodukte, vom Handel vielfach als Light-Produkte aufwendig beworben – halten oft nicht das, was sie versprechen. Diät-Schokolade zum Beispiel ist eigentlich ein Produkt für Diabetiker. Hier ist der normale Zucker durch Fruchtzucker ersetzt worden. Kalorientechnisch unterscheidet sich die vermeintliche Diät-Variante nicht von herkömmlicher Schokolade.

 

Die angeblichen Abnehmtricks auf dem Prüfstand

Das sollten Sie sich merken

Bewusster Verzicht und die intensive Beschäftigung, was zu einer ausgewogenen Ernährung gehört, sind besser als radikale Nulldiäten.

  • Weniger essen oder Mahlzeiten auslassen verstärken den Jojo-Effekt.
  • Bei mehreren, kleinen Mahlzeiten verlieren Sie schnell den Überblick über Ihre Kalorien.
  • Crash-Diäten sind ungesund und wirken nur kurzfristig.

 

Sport in Maßen unterstützt Abnehmprozesse. Für ein optimales Ergebnis kombinieren Sie Ausdauertraining mit Krafttraining.

  • Es gibt keine Diät ohne ausreichend Bewegung.
  • Zu viel Sport auf einmal ist gefährlich und belastet die Nebennieren.
  • Überschätzen Sie den Kalorienverbrauch beim Sport nicht.
  • Kombinieren Sie Ausdauer- und Krafttraining.

 

Finger weg von Wunderpillen und Lightprodukten!

  • Diätpillen und -drinks wirken höchstens unterstützend, ersetzen gesunde Ernährung und Bewegung jedoch nicht.
  • Viele Diätlebensmittel haben genauso viele Kalorien wie ihre „normalen“ Gegenstücke.