Die Ananas-Diät: Zauberfrucht oder bedenklicher Ernährungstrend?

Was das tropische Obst wirklich beim Abnehmen leistet

Die Diät-Trends bzw. Trend-Diäten werden ausgefallener. Immer neue Wunderwaffen sollen den Kampf gegen die Pfunde leichter machen. Daraus resultieren zahlreiche sogenannte „Monodiäten“, bei denen (fast) ausschließlich ein einzelnes Lebensmittel den gewünschten Diäterfolg bringen soll. Eine davon ist die Ananas-Diät, die angeblich in nur wenigen Tagen ungewollte Pfunde wegzaubert. Doch ist es wirklich so einfach, mit der tropischen Vitaminbombe abzunehmen? Oder verbergen sich hinter der Ananas-Diät doch falsche Versprechungen und vielleicht sogar Risiken?

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Ananas – der Name der tropischen Fruchtbombe klingt schon nach Sonne, Strand und Urlaub. Vielleicht denken manche auch unbewusst an ihre Bikini-Figur bzw. die nächste Badehosen-Saison. Wäre es nicht zu schön, mit Hilfe der leckeren und süßen Ananas schnell ein paar Kilos abzunehmen? Die sogenannte Ananas-Diät verspricht genau das.

 

Die Ananas-Diät: Iss dich schlank mit der gelben Wunderfrucht

Die Ananas-Diät gehört zu den Crashdiäten. Diese haben in der Regel eine hohe Gewichtsabnahme in sehr kurzer Zeit zum Ziel, welche aufgrund der radikalen Umstellung der Ernährungsweise erfolgt. Das Prinzip der Ananas-Diät ist so simpel wie ihr Name: Über einen bestimmten Zeitraum werden einfach sämtliche Mahlzeiten und Getränke durch Ananasfrüchte oder Ananassaft ersetzt. Dabei müssen Sie außerdem darauf achten, dass Sie nur etwa 1.000 bis 1.200 Kilokalorien pro Tag zu sich nehmen – dies entspricht ungefähr zwei großen Früchten. Zusätzlich werden täglich etwa drei Liter Wasser oder ungesüßter Tee getrunken. Hauptenergielieferant der Ananas-Diät sind überwiegend kurzkettige Kohlenhydrate. Fett und Eiweiß entfallen beinahe gänzlich.

 

Das macht die Ananas so gesund und die Ananas-Diät erfolgreich

Das Obst gesund ist, ist schon seit Jahrhunderten kein Geheimnis. Und gerade die Ananas ist eine wahre Vitaminbombe. Mit etwa 20 Milligramm Vitamin C auf 100 Gramm Frucht deckt bereits diese kleine Portion ein Fünftel unseres täglichen Bedarfs. Die enthaltenen Mineralstoffe Calcium und Zink entspannen und stärken unsere Nerven. Jod und Eisen unterstützen außerdem die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns. Magnesium ist gut für die Muskeln und der enthaltene Aromastoff Vanillin gilt als Stimmungsaufheller. Wenn Sie also Ananas essen, macht Sie das nicht nur gesund, sondern auch glücklich.

Befürworter der Ananas-Diät schwören auf ihre Wirksamkeit – und das nicht nur wegen der geringen Zufuhr an Kalorien. Ananas enthält zusätzlich das eiweißspaltende Enzym Bromelain, welches die Fettverbrennung im Körper ankurbeln soll. Dieses wird auch industriell gewonnen und dient zum Beispiel zum Weichmachen von Fleisch. Die tropische Frucht wirkt außerdem entzündungshemmend und hilft daher bei Infekten oder rheumatischen Beschwerden. Die hohe Flüssigkeitszufuhr bei der Ananas-Diät hilft außerdem, Kreislaufproblemen vorzubeugen.

 

Die Ananas-Diät ist nicht nur reich an Vitaminen, sondern auch an Mythen und Risiken

Den schnellen Erfolg bei der Gewichtsabnahme, den die Ananas-Diät verspricht, hält sie ebenso wie andere Crashdiäten. Allerdings ist dies oft die Folge von Entwässerung und der abführenden Wirkung der Früchte. Ihre Fettreserven werden dagegen oftmals nicht oder nur unzureichend angegriffen. Des Weiteren stellt sich trotz des hohen Vitamin-C-Gehalts der Ananas dennoch schnell ein Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen ein, weshalb die Diät nicht längerfristig durchgeführt werden darf. Außerdem führt das Fehlen von Proteinen zu einem unerwünschten Muskelabbau und fördert somit den Jojo-Effekt nach der Diät. Der hohe Anteil an Fruchtzucker belastet zusätzlich die Leber, da sie die enormen Mengen nicht verwerten kann. Die Folgen sind unschöner Natur: Es kommt zu Blähungen und Durchfall. Die im Obst enthaltene Fruchtsäure greift zusätzlich Mundschleimhaut, Speiseröhre und Magen an.

Die Annahme, das Bromelain in der Ananas kurbele die Fettverbrennung an, ist ebenfalls nur ein Mythos. Selbst wenn das Enzym dies könnte, so wird es doch während des Verdauungsprozesses inaktiviert: Fett schmelzen kann es also ganz bestimmt nicht. Was hingegen belegt ist, ist die Tatsache, dass Bromelain neben der Fruchtsäure zu einem wunden Mund und Magenbeschwerden beiträgt.

 

Die Ananas-Diät ist letztendlich eine Crashdiät wie jede andere

Als Crashdiät hilft Ihnen die Ananas-Diät, durch eine geringe Kalorienzufuhr ein paar Pfunde abzunehmen, die Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit durch den Jojo-Effekt schnell wieder auf den Rippen haben. Als Monodiät ist sie unausgewogen und eintönig. Sie belastet unser Verdauungssystem, sorgt nach wenigen Tagen für eine Mangelversorgung mit wichtigen Nährstoffen und hat meist einen massiven Muskelverlust zur Folge. Ein Lerneffekt bezüglich gesunder, ausgewogener Ernährung bleibt völlig aus und eine dauerhafte Gewichtsreduktion tritt ebenfalls nicht ein.

Ein bis zwei Tage nach dieser Diät zu leben, kann vielleicht helfen, den Organismus ohne ein größeres Gesundheitsrisiko zu entschlacken, länger sollten Sie sich jedoch keinesfalls nur von Ananas ernähren. Integrieren Sie die Vitaminbombe lieber klug in eine ausbalancierte und nährstoffreiche Mischkost und treiben Sie ausreichend Sport. Damit tun Sie nicht nur Ihrem Körper einen weitaus größeren Gefallen. Die Kilos, die Sie auf diese Weise abspecken, sind Sie auch wirklich auf Dauer los.