Alterungsprozess stoppen: Extreme Diät als Jungbrunnen

Extrem-Fasten, um ewig jung zu bleiben

Es könnten bald die Ratgeber wie Pilze aus dem Boden schießen: „Fasten Sie sich nicht nur schlank, sondern auch ewig jung!“. Forscher fanden in einer Studie heraus, dass, wenn der Organismus weniger Nahrung erhält, die Zellen ihre innere Uhr nicht umstellen. Ließe sich so dauerhaft der Alterungsprozess aufhalten? Allerdings dürfte diese Form der Diät sich in der Praxis nur schwierig umsetzen lassen.

© mojzagrebinfo / pixabay.com

Amerikanische Wissenschaftler fanden ernstzunehmende Hinweise darauf, dass sich über die Ernährung die innere Uhr von Stammzellen beeinflussen lässt. Bestätigen sich die in Tierversuchen gefundenen Zusammenhänge beim Menschen, wäre Fasten ein probates Mittel, den Alterungsprozess zu stoppen und ewig jung zu blieben.

 

Wie viele andere Wissenschaftler gehen auch amerikanische Forscher der Frage nach: Warum altern Lebewesen? Am Center for Epigenetics and Metabolism an der UCLA in Los Angeles (USA) sind die Forscher der Antwort darauf nähergekommen. Sie fanden heraus, dass die Zellen auch im Alter ihre innere Uhr – Experten sprechen von circadianer Rhythmik – beibehalten. Allerdings beeinflusst die Ernährung den Mechanismus massiv.

 

Mäuse auf Extrem-Diät

Für ihre Studie nutzen die amerikanischen Wissenschaftler Mäuse. Sie hielten eine Gruppe mit jungen Tieren, die drei Monate alt waren und eine Gruppe mit älteren Tieren, die über 18 Monate alt waren. Regelmäßig wurden per Biopsie den Mäusen Leberzellen entnommen und analysiert. Einen Teil der älteren Gruppe setzten die Forscher zudem auf eine Diät. Diese Mäuse erhielten nur noch 70 Prozent der üblichen Nahrungsmenge.

Das Ergebnis ihrer Untersuchungen reichten die UCLA-Forscher bei der Fachzeitschrift Cell ein, die den Artikel auch publizierte. Dort berichten die Wissenschaftler, dass der Zellstoffwechsel auch bei den älteren Mäusen in einem 24-Stunden-Rhythmus verlief. Jedoch tickte die innere Uhr der Zellen anders. Der sogenannte circadiane Mechanismus aktivierte eben nicht mehr dieselben Gene wie bei den jungen Mäusen. Bei den älteren Tieren wurden so andere Proteine erzeugt. Nach Ansicht der Wissenschaftler könnten Schäden im Erbgut für die Veränderungen im Stoffwechsel verantwortlich sein. Dadurch wird die von außen zugeführte Energie in den Zellen weniger effizient verarbeitet.

 

Ernährung könnte Stellmechanismus für die innere Uhr der Zellen liefern

Die Veränderungen in der circadianen Rhythmik lassen sich wohl aufhalten und somit die innere Uhr wieder korrekt stellen. Möglich war dies für die Wissenschaftler, indem sie die älteren Mäuse einfach auf Diät setzen. Die Versuchstiere erhielten über ein halbes Jahr lang eine um 30 Prozent verminderte Energiezufuhr. Die „FDH“ zeigte Wirkung, denn in den Leberzellen ließen sich deutliche Verjüngungseffekte nachweisen.

Am Institute for Research in Biomedicine in Barcelona (Spanien) arbeiteten Wissenschaftler parallel an einer Begleitstudie. Auch deren Ergebnisse stützen die Aussagen der kalifornischen Forscher. In Barcelona konzentrierte man sich auf die Untersuchung von Stammzellen aus der Haut – sowohl von jüngeren als auch von älteren Mäusen. Das Fasten, also das bewusste weniger Essen, scheint offensichtlich der Alterung von Geweben aktiv entgegenzuwirken, da die Stammzellen so gehindert werden, ihre innere Uhr zu verstellen.

 

Fasten verjüngt

Damit geraten alte Thesen ins Wanken. Bislang glaubten Forscher, dass Stammzellen im Laufe der Zeit gänzlich ihre innere Uhr verlieren würden. Doch die neuen Erkenntnisse widersprechen der These: Die Zellaktivitäten der Stammzellen unterliegen nur einem Wandel.

In ihrem Cell-Beitrag mutmaßen die UCLA-Forscher, ob sie womöglich den Heiligen Gral entdeckt hätten, denn ihrer Meinung nach haben sie die zellulären Prozesse aufgedeckt, die die Steuerung des Alterns übernehmen.

Ob sich die im Mäuseversuch entdeckten Zusammenhänge 1 : 1 auf den menschlichen Organismus übertragen lassen, ist bislang noch nicht geklärt. Das Durchhalten einer solchen Extrem-Diät über Monate und Jahre hinweg wäre beim Homo sapiens auch sehr problematisch: Der Mensch hätte permanent Hunger, da lediglich ein absolutes Mindestmaß an Energie zugeführt werden würde. Ein dauerhaft knurrender Magen schränkt die Lebensqualität massiv ein.

 

Wer es dennoch für sich einmal ausprobieren möchte, um neben der Verjüngungskur auch gleich noch ein paar überflüssige Kilos zu verlieren, findet hier ein paar Fasten-Ratgeber:

Disclaimer
familien-gesundheit.de stellt ausschließlich Beiträge für Informationszwecke bereit. Die Hinweise und Informationen sind nicht zur Selbstbehandlung geeignet. Sie ersetzen kein persönliches Gespräch, keine professionelle Beratung, keine individuelle Untersuchung oder fachkundige Behandlung durch ausgebildete und anerkannte, im Gesundheitswesen tätigte Experten wie z. B. Ärzte, Apotheker, Hebammen oder Physiotherapeuten.