Aktivurlaub ist erholsamer als Faulenzen

Ein aktiv verbrachter Urlaub sorgt für bessere Erholung

Sich entspannt treiben zu lassen und die Sonne zu genießen ist für viele der Inbegriff von Urlaub. Andere nutzen die freie Zeit, um sich die Bewegung zu verschaffen, die im Arbeitsalltag häufig zu kurz kommt. Entscheidend für beide Varianten ist der Erholungsfaktor – lesen Sie hier, bei welcher er höher liegt!

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Anstatt im Urlaub den ganzen Tag am Strand oder See zu verbringen und nichts zu tun, sollten Sie sich beispielsweise ein Rad ausleihen, die Wanderschuhe schnüren oder Stand Up Paddling (SUP) lernen. Sightseeing geht selbstverständlich auch. Wer nämlich einen Aktivurlaub macht, gönnt seinem Körper die bessere Erholung. Klingt komisch, ist aber so.

 

Aktivurlauber oder Faulenzen – so verbringen die Deutschen Ihre Ferien

Laut einer GfK-Umfrage unter 22.000 Internetnutzern lässt es die Hälfte der Deutschen im Urlaub lieber ruhig angehen: 57 Prozent gaben an, einen „Erholungsurlaub zum Entspannen und Faulenzen“ zu bevorzugen. Rund 32 Prozent favorisierten hingegen den „Aktivurlaub mit vielen Aktivitäten oder Besichtigungen“. Für 30 Prozent der Frauen und 35 Prozent der Männer werden Action und Sightseeing großgeschrieben. Der Rest war sich unsicher über die Vorlieben.

Dieses Ergebnis deckt sich mit dem internationalen Länderdurchschnitt: 59 Prozent möchten sich entspannen und nur knapp ein Drittel aktiv werden. Dabei ginge es vor allem Italienern, Spaniern und Franzosen im Urlaub darum, möglichst viel anzuschauen und zu erleben.

Unter den deutschen Befragten bilden Familien mit Kindern im Teenageralter, also 13 aufwärts, die größte Gruppe der Aktivurlauber.

 

Ist ein Aktivurlaub erholsamer als Faulenzen?

Prof. Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln beantwortet die Frage danach, ob ein Aktivurlaub gesünder als Faulenzen ist mit einem klaren „Ja“. Denn körperliche Aktivität übe einen positiven Reiz auf mehrere körperliche Systeme aus. Sie baue vor allem Stresshormone ab und aktiviere Glückshormone, sprich Endorphine, die für Entspannung sorgen. Außerdem würde das Immunsystem gestärkt, sodass Angreifer wie Viren oder Bakterien weniger Chancen hätten. Jede aktive Betätigung führe zu einer erholsamen Ermüdung, wonach das natürliche Bedürfnis entstünde, sich auszuruhen. Es sei geradezu gefährlich, sich nach den Urlaubsvorbereitungen plötzlich „auf null“ runterzufahren – damit könne der Körper nicht umgehen. Es sei ein typisches „Managersyndrom“, in den ersten drei Tagen des Urlaubes zu kollabieren.

Andere Forscher gehen so weit, vor einem drohenden IQ-Verlust durch stupides Faulenzen am Strand zu warnen: Rund 20 IQ-Punkte könnten binnen dreier Wochen eingebüßt werden. Ausdauertraining könne hingegen einen Zuwachs von 20 IQ-Punkten bringen.

 

Das sollten Sie im Aktivurlaub beachten

Ein anderes Wort für Aktivurlaub ist Sporturlaub, denn hier geht es darum, zu Land oder zu Wasser sportlich aktiv zu werden – ob wandernd, Rad fahrend, reitend, paddelnd oder tauchend. Dies bedarf einer entsprechenden Vorbereitung. Wer untrainiert ist, sollte zuvor seinen Hausarzt- oder einen Sportmediziner konsultieren und den Check-Up für Personen ab 35 Jahren in Anspruch nehmen, der von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird. Er gibt Ihnen unter anderem Aufschluss darüber, ob ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt besteht. Lassen Sie außerdem mögliche Probleme am Bewegungsapparat abklären, indem Sie einen Orthopäden aufsuchen und sich physiotherapeutische Unterstützung und/oder Einlagen und Bandagen für Knie oder Füße verordnen lassen. Darüber hinaus empfiehlt es sich, den Impfstatus zu überprüfen. Ihre Reiseapotheke sollten dem erhöhten Verletzungsrisiko angepasst werden – mit Materialien zur Wundversorgung und zum Hautschutz. Denken Sie zudem an das entsprechende Equipment je nach Sportart: Fahrradfahrer benötigen einen Helm, Ski- und Snowboardfahrer eine Schutzbrille und Wanderer entsprechende Stiefel.

Im Urlaub sollten Sie es dann nicht übertreiben: Sie haben nichts davon, wenn Sie sich gleich dermaßen verausgaben, dass Sie anschließend für mehrere Tage außer Gefecht gesetzt sind. Beginnen Sie mit moderater Bewegung; als Bergsteiger sollten Sie zunächst auf 2.000 Metern Höhe bleiben!

 

Fazit

Tipp für Ihre Urlaubszeit

Kombinieren Sie einen Aktivurlaub gekonnt mit Faulenzen und damit geplanten Auszeiten: Ideal ist eine Mischung aus Sport- und Strandurlaub. Wer den Urlaub aktiv nutzt, kommt in der Regel entspannter und reicher an Eindrücken zurück.

 

 

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